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Serbische Firmen wollen Regierung verklagen

Serbische Unternehmen beziffern den in der vergangenen Woche entstandenen Schaden wegen des ukrainisch-russischen Gasstreits auf umgerechnet 16 Mio. Euro.

Sollte der Gaslieferstopp auch diese Woche anhalten, dürften die Verluste um weitere 24 Mio. Euro ansteigen, teilte der Arbeitgeberverband “Unija poslodavaca Srbija” in Belgrad in einer Aussendung mit. Der Verband fordert Entschädigungen von der serbischen Regierung.

Entschädigt sollen Unternehmen werden, die infolge des Gaslieferausfalls ihre Produktion einstellen oder hinunterschrauben mussten. Gleichzeitig werde auch eine Klage gegen den Staat in Erwägung gezogen, so der Arbeitgeberverband, der laut eigenen Angaben 140.000 Mitglieder zählt.

Nach einer kompletten Aussetzung der Gaslieferungen Anfang vergangener Woche hatte sich die Situation in Serbien dank Hilfslieferungen aus Ungarn und Deutschland am vergangenen Freitag einigermaßen stabilisiert. Während alle Großverbraucher – vor allem Industrieanlagen – derzeit von der Gasversorgung ausgeschlossen sind, wurden Heizwerke und Haushalte am Wochenende wieder mit Gas versorgt. Seit Montagfrüh sind allerdings die Hilfslieferungen aus Ungarn ausgesetzt worden, weil kein Gas über Österreich geliefert wird. Die OMV werde ankommende Lieferungen durchleiten, hieß es seitens der OMV.

Aus dem einzigen serbischen Gasspeicher in Banatski Dvor (Vojvodina) werden täglich etwa 400.000 Kubikmeter Gas geliefert. Der Gasbedarf Serbiens beläuft sich auf 12 Mio. Kubikmeter pro Tag. Beim Kauf des serbischen Erdölkonzerns NIS hatte sich das russische Unternehmen Gazprom Ende des Vorjahres verpflichtet, in den kommenden Jahren auch den Gasspeicher in Banatski Dvor auszubauen.

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