Selbstständige und Freiberufler reduzieren Altersvorsorge

Selbstständige und Freiberufler müssen ihre Altersvorsorge vorwiegend selbst in die Hand nehmen, aber nur die wenigsten tun es. Ein Großteil dieser Berufsgruppe fühlt sich darüberhinaus bei Fragen zur Altersvorsorge schlecht bis gar nicht informiert.

Ungefähr die Hälfte der Selbstständigen und Freiberufler ist sich unsicher und drei Viertel von ihnen fühlen sich bei relevanten Fragen zur Rente überhaupt schlecht informiert. So lautet das zentrale Ergebnis der bereits zum dritten Mal im Auftrag der Condor Versicherungsgruppe durchgeführten repräsentativen forsa-Umfrage zum Thema Basis-Rente. “Gerade für Selbstständige und Freiberufler gilt, dass sie die Vorsorge fürs Alter selbst in die Hand nehmen müssen. Hier besteht nach wie vor großer Beratungsbedarf, wie die Ergebnisse der Umfrage deutlich zeigen”, zieht Claus Scharfenberg, Vorstand der Condor Versicherungsgruppe, ein Fazit aus den Umfrageergebnissen.

Auch andere aktuelle Umfragen zeichnen hier ein düsteres Bild: Mindestens ein Zehntel der Freiberufler und Einzelunternehmer bauen keine ausreichende Altersvorsorge auf. Das Fatale daran ist, dass viele von ihnen nicht lange genug abhängig beschäftigt waren, um sich einen vernünftigen Anspruch aus der gesetzlichen Rentenversicherung erwerben zu können. Deshalb ist es empfehlenswert, dass sie einen alternativen Weg gehen, um sich zumindest ein kleines Polster für den Ruhestand aufbauen zu können.

Information mangelhaft

Handlungsbedarf besteht vor allem bei der Information über die Möglichkeiten der staatlich geförderten Altersvorsorge für Selbstständige und Freiberufler. Auch vier Jahre nach Einführung der Basis-Rente fühlen sich 74 Prozent der Befragten darüber schlecht oder gar nicht informiert. Fast die Hälfte (48 Prozent) der Befragten ist nicht in der Lage einzuschätzen, welche Variante der staatlich geförderten Rentenmodelle Riester und Rürup sinnvoller ist. Nur rund ein Viertel der Befragten sieht sich gut oder sehr gut informiert. Erschreckend niedrig ist die Zahl jener Selbstständigen, die der Umfrage zufolge eine Basis-Rente abgeschlossen haben. Lediglich elf Prozent haben dies bereits getan, 15 Prozent planen zumindest einen Abschluss. In der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen haben aktuell sogar nur acht Prozent eine Basis-Rente abgeschlossen.

Finanzkrise als Grund für Zurückhaltung

Eine Erklärung für die Zurückhaltung der Selbstständigen und Freiberufler bei der Entscheidung für eine private Altersvorsorge liefert die Finanzkrise. So wollen 27 Prozent der Befragten geplante Verträge erst einmal zurückstellen. Jeder Zehnte nimmt Anpassungen vor und hat aus diesem Grund laufende Beitragszahlungen reduziert. Gleichzeitig hält aber die Hälfte der Befragten an ihrer Altersvorsorge fest und sieht sich angesichts der Finanzkrise nicht zu Änderungen veranlasst. “Gerade die versicherungsbasierte Altersvorsorge hat sich in der Krise als stabil erwiesen und das Vertrauen der Kunden gerechtfertigt. Darüber hinaus erlauben moderne Vorsorgelösungen eine flexible Anpassung an die jeweilige Lebenssituation”, ermuntert Scharfenberg, notwendige Entscheidungen im Hinblick auf die private Altersvorsorge nicht zurückzustellen.

 

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