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Seilbahn in Wien: Experte sieht Projekt kritisch

Die bereits bestehenden Öffis in Wien mit einer Seilbahn zu ergänzen, sieht der Verkehrsexperte kritisch.
Die bereits bestehenden Öffis in Wien mit einer Seilbahn zu ergänzen, sieht der Verkehrsexperte kritisch. ©pixabay.com (Sujet)
Das Koalitionsprogramm von SPÖ und NEOS sieht vor, in den nächsten zwei Jahren eine Seilbahn-Verbindung zwischen Ottakring und Hütteldorf zu prüfen. Ein Verkehrsplaner gibt bereits im Vorfeld den geringen Bedarf sowie hohe Zusatzkosten zu bedenken.
NEOS wollen Seilbahn zwischen Ottakring und Hütteldorf

Es sind nur ein paar Zeilen im 212-seitigen Wiener Regierungsprogramm, das derzeit hohe Aufmerksamkeit bekommt: Rot-Pink will bis 2022 prüfen, ob eine Seilbahnverbindung von Ottakring über das Otto-Wagner-Areal nach Hütteldorf umgesetzt werden kann. Verkehrsplaner Günter Emberger (TU Wien) sieht die Idee jedenfalls kritisch.

Verkehrsplaner ortet wenig Bedarf und verweist auf Zusatzkosten

Er führte am Donnerstag gegenüber orf.at nicht nur den eher geringen Bedarf, sondern auch hohe Zusatzkosten ins Treffen.

Es gebe in Wien drei verschiedene Verkehrssysteme im öffentlichen Verkehr: Busse für die Feinerschließung in den peripheren Gebieten, die Straßenbahnen als Hauptverkehrsnetz und die U- bzw. S-Bahnen im innerstädtischen Hochleistungsverkehr. "Dass man das ergänzt mit einer Seilbahn, ist wirklich kritisch zu hinterfragen und unbedingt zu prüfen, um es diplomatisch auszudrücken", sagte Emberger. Stattdessen könnten verdichtete Busintervalle oder neue Expresslinien für eine bessere Anbindung sorgen. Diese wird es wohl brauchen, da die Central European University (CEU) in den kommenden Jahren auf das Otto-Wagner-Areal ziehen wird.

Keine Erfahrung bei Wiener Linien für Seilbahn-Betrieb

Emberger gab außerdem zu bedenken, dass Know-how zugekauft werden müsste: "Die Wiener Linien haben keine Erfahrung, das zu betreiben." Jedes neues System, das in einer Stadt eingeführt wird, verursache Kosten.

Im SPÖ-NEOS-Programm wird auch auf den touristischen Anreiz des möglichen Seilbahnprojekts verwiesen. Und es sollen neben der Verbindung zwischen Ottakring und Hütteldorf Machbarkeitsstudien zu weiteren Seilbahnstecken durchgeführt werden, "zum Beispiel entlang der Süd-Ost-Tangente (Hauptbahnhof, Arsenal, Busterminal)".

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(APA/Red)

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