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Seestadt Wien: Kulturspaziergang am Nelson-Mandela-Tag

Am Donnerstag fand der Kulturspaziergang in der Seestadt statt.
Am Donnerstag fand der Kulturspaziergang in der Seestadt statt. ©APA/Roland Schlager (Themenbild)
Am Donnerstag fand in der Seestadt in Wien ein "Kulturspaziergang" anlässlich des Nelson-Mandela-Tages statt.

Das Dokumentations- und Kooperationszentrums Südliches Afrika (SADOCC) hat am Donnerstagabend anlässlich des Nelson-Mandela-Tages in der Wiener Seestadt zu einem "Kulturspaziergang" eingeladen. An seinem 101. Geburtstag wurde Mandelas, der 1994 zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas angelobt wurde, mit Diskussionen, Augenzeugenberichten und Zeitdokumenten gedacht.

Sauer kämpft für "Nelson-Mandela-Platz" in der Wiener Seestadt

SADOCC-Vorsitzender Walter Sauer wünscht sich die Umbenennung der Wiener U2-Station Aspern Nord in "Nelson-Mandela-Platz", der sich genau neben dem Stationsgebäude befindet. "Wir haben 30 Jahre für einen Nelson-Mandela-Platz oder eine Nelson-Mandela-Straße in Wien lobbyiert. Wenn es wieder 30 Jahre dauern sollte, ist mir das auch recht", sagte Sauer zur APA. "Um den Bekanntheitsgrad des Platzes zu erhöhen, schlagen wir die Umbenennung vor", erklärte auch Bernhard Bouzek von SADOCC. "Das wäre ein tolles Zeichen des internationalen Wien", fuhr er fort. Der Verein habe bereits eine Anfrage an Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) gerichtet.

Der südafrikanische Botschafter Rapu Molekane betonte vor den rund einhundert Teilnehmern, dass das südliche Afrika zwar eine einzigartige und vereinte Region sei, jedoch noch einen "weiten Weg zur wirtschaftlichen Freiheit" gehen müsse. "Wenn wir in Nelson Mandelas Fußstapfen treten wollen, müssen wir uns vereinen und die Menschen unabhängig von Religion und Hautfarbe als Menschen annehmen", sagte er. Der Planet sei so groß, dass niemandem etwas fehlen müsse. "Es ist schön, dass Wien das Andenken an Nelson Mandela hochhält", resümierte er. Für Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ) erinnern Mandelas Errungenschaften daran, dass die Demokratie als Garant für Freiheit nicht selbstverständlich sei.

Kulturspaziergang mit 100 Teilnehmern in der Seestadt

"Die Menschen waren so glücklich, niemand konnte es fassen", berichtete Primrose Zeinzinger, eine Zeugin der ersten freien Wahlen in Südafrika vor 25 Jahren. Viele Menschen seien damals Analphabeten gewesen und hätten ihr Geburtsdatum nicht gewusst, sodass die Wahlen mit erheblichen administrativen Schwierigkeiten verbunden gewesen seien. "Viele konnten nicht schreiben und hatten sogar ein Problem damit ein Kreuz auf dem Stimmzettel zu machen", erinnerte sie sich. Dennoch sei die Euphorie der Menschen, die Teils lange Märsche zu den Wahllokalen auf sich nahmen, groß gewesen.

Für Marijana Grandits, als damalige Grün-Abgeordnete 1994 Wahlbeobachterin in Südafrika, fühlten sich damals die Menschen in Südafrika zum ersten Mal als Personen ernst genommen. "Es gab unendliche Schlangen vor den Wahllokalen", sagte sie. Auch Walter Ehmeir von der Österreichischen Entwicklungsagentur (ADA) war vor 25 Jahren als UN-Beobachter vor Ort und berichtete von dem enormen Charisma Mandelas, das den friedlichen Umbruch im Land möglich gemacht habe. Laut Helmuth Hartmeyer, ebenfalls ehemaliger UN-Beobachter, waren die Menschen während der Wahl sehr unbeholfen, sodass Analphabeten mit einem Bild ihres Kandidaten zur Wahl gingen, und fallweise nur mit fremder Hilfe ihre Stimme abgeben konnten.

Zuma sei "größte Katastrophe, die dem Staat passieren konnte"

Die ORF-Redakteurin und Afrikaexpertin Margit Maximilian erinnerte allerdings daran, dass der bis 2018 amtierende Präsident Südafrikas Jacob Zuma die "größte Katastrophe, die dem Staat passieren konnte", gewesen sei. Zuma, der derzeit wegen Korruption vor Gericht steht, wird beschuldigt, wichtige Posten an Günstlinge verteilt und mit ihnen das Land finanziell ausgebeutet zu haben. "Die Leute waren wirklich in Schockstarre, erst jetzt wird langsam das Ausmaß des Schadens erkannt", erklärte sie. Südafrika habe wegen seiner moralischen Vorbildfunktion in der Region eine "enorme Bedeutung", sodass korrupte Politiker einen noch größeren Schaden anrichteten. "Es braucht Zeit, auch diese Nation darf Fehler machen", fügte Hartmeyer hinzu.

(APA/Red)

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