Searching - Kritik und Trailer zum Film

Searching ist kein gewöhnliches Vermissten-Drama. Alles, was in dem amerikanischen Thriller passiert, ist auf einem Computer-Bildschirm zu sehen. Regisseur ist ein ehemaliger Google-Mitarbeiter. Sein Kinodebüt in den USA seit August an den Kinokassen bereits mehr als 32 Millionen Dollar (27,62 Mio. Euro) eingebracht haben.

In dem von Regisseur Aneesh Chaganty verantworteten 102-Minüter geht es um eine 16-Jährige, die alleine mit ihrem Vater aufwächst, nachdem sie ihre Mutter durch eine Krebserkrankung verloren hat. Und eines Tages ist Margot dann einfach verschwunden, ohne ihrem Vater (gespielt von John Cho) einen Hinweis zu hinterlassen. Als dem verzweifelten Vater auch die Polizei nicht helfen kann, macht er sich daran, seine Tochter alleine zu suchen. Im Internet stößt er auf manch erschreckendes Detail. Premiere feierte “Searching” Anfang 2018 beim Sundance Film Festival.

Searching – Kurzinhalt zum Film

Nach dem tragischen Krebs-Tod der Mutter hat David Kim seine Tochter alleine großziehen müssen. Nun ist sie 16 und auch, wenn das Verhältnis der beiden zueinander liebe- und vertrauensvoll anmutet, so wird doch schnell klar, dass nicht alles gut ist, was hier zunächst so glänzt. Eines Tages nämlich ist Margot weg, wie vom Boden verschluckt, und dabei wähnte sie der ahnungslose Vater doch eben noch bei der Klavierstunde.

Margot aber, das bestätigt ein Anruf bei der Klavierlehrerin, ist nicht mehr das artige Töchterlein, längst hat sich Margot im Netz eine zweite Identität aufgebaut.Als auch die eingeschaltete Polizei nach 37 Stunden keine Spur von ihr hat, macht sich der verzweifelte David selbst auf die Suche. Eine Suche, die ihn über Margots Laptop hinein in die Untiefen der sozialen Netzwerke, Video-Blogs und anderer digitaler Plattformen führt. Und die den konsternierten Vater auch mit der Tatsache konfrontiert, dass es sich bei seiner vermeintlich so beliebten Tochter um eine ziemliche Einzelgängerin handelt.

Searching – Die Kritik

Großartig an diesem Film ist vor allem, mit welcher Leichtigkeit, mit welcher Konsequenz hier ein Computer-Bild das nächste jagt. Lange etwa hat man im Mainstream-Kino (lanciert wird der Film von Sony Pictures) keinen so imposanten, so packenden Einstieg erlebt wie hier. In wenigen Minuten erzählt uns Regisseur Chaganty nur anhand von Netz-Bildern, von Videos und anderen digitalen Formaten, welches Leben Margot bisher führte: von ihrer Geburt über wichtige Ereignisse wie ihre Einschulung bis hin zur folgenschweren Erkrankung der Mutter.

Zugleich muten schon diese ersten Einstellungen wie eine Warnung an: Das Internet vergisst nie, überall hinterlassen wir unsere Spuren. Spuren, das zeigt dieser Film, aus denen sich leichthändig ein ganzes Leben rekonstruieren lässt. Spannend auch, dass “Searching” kaum je unter der Abwesenheit von genuin filmischen Mitteln wie etwa langen Kamerafahrten oder beeindruckenden Totalen leidet. Vielmehr fesselt der 102-Minüter zu beinahe jeder Sekunde.

Auf geradezu erschütternde Art und Weise gelingt es diesem Film, den riesigen Stellenwert zu verdeutlichen, den die digitalen Medien, den die sozialen Netzwerke bei vielen Jugendlichen (und Erwachsenen) inne haben. Dies gelingt “Searching” noch besser und nachhaltiger als etwa einem deutschen Film wie “LOMO”, der inhaltlich einige Parallelen aufweist. Auch in “LOMO” (Kinostart war im Juli) droht sich ein Jugendlicher voll und ganz im Internet zu verlieren. Die Konsequenz aber mit der “Searching” ausschließlich auf Bildschirm-Bilder setzt, die ist wahrlich staunenswert.

So ist es dann auch kein Wunder, dass sowohl in internationalen als auch deutschen Film-Besprechungen bereits die Frage aufkam, ob wir es hier mit der Zukunft des Kinos zu tun haben. Das bleibt abzuwarten; um einen hochaktuellen, im besten Sinne zeitgenössischen Film aber handelt es sich bei “Searching” in jedem Fall. Und es ist stark anzunehmen, dass auf Kinobesucher noch einige ähnliche Werke warten.

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(APA/red)

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