Schweizerhaus: Heuer 250 überdachte Sitzplätze mehr

Das Schweizerhaus im Prater gehört zu den bekanntesten Traditionsgaststätten Wiens. Seit Jahrzehnten werden vor allem Bier und Stelzen im rund 1.700 Sitzplätze fassenden Gastgarten massenhaft konsumiert.

Damit die Gäste dies auch bei Schlechtwetter ungestört tun können, wird der überdachte Gartenbereich bis zum Saisonstart 2008 am 15. März um rund 250 Plätze erweitert, sagte Betreiber Karl Kolarik am Montag.

Im Schweizerhaus finden insgesamt rund 2.400 Hungrige und Durstige Platz, 650 davon im Innenbereich des Lokals. Um einiges begehrter ist allerdings ein Tisch unter freiem Himmel. Erst im Jahr 2003 hatte Kolarik, seit 1986 Geschäftsführer des Familienunternehmens, deshalb den Gastgarten um 300 Plätze erweitert. Außerdem wurde der neue Bereich großteils mit Markisen ausgestattet. Seit damals können Speis und Trank auch im Trockenen genossen werden, ohne nach drinnen ausweichen zu müssen. Im Vorfeld der EURO werde das wetterfeste Bereich nun um weitere 250 Plätze erweitert, so Kolarik.

Die Geschichte des Familienbetriebs reicht weit zurück. Laut Website des Lokals gab es das Gasthaus bereits vor 1766. Es trug damals noch den Namen “Zur Schweizer Hütte” – benannt nach Schweizer Jagdtreibern, die dort die kaiserlichen Herrschaften bewirteten. Nach weiteren Namensänderungen wurde es 1868 als “Schweizer Meierei” eröffnet, um wenig später seinen endgültigen Namen zu erhalten. Seit 1920 ist der Betrieb im Besitz der Familie Kolarik.

Bekannt ist das Schweizerhaus seit Jahrzehnten vor allem für sein Bier- und Stelzenangebot. Aber auch andere Speisen wie Schnitzel oder Gulasch seien Dauerbrenner, betonte Kolarik. “Sich allein auf die Stelze zu verlassen, wäre doch ein bisschen zu riskant”, so der Geschäftsführer. Wieviel Bier und gebratene Schweinshaxen pro Saison vertilgt werden, will Kolarik nicht sagen: “Wir werben nicht mit Verkaufszahlen”.

Die Zeiten waren jedenfalls nicht immer rosig. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurde das Lokal vollkommen zerstört und musste neu errichtet werden. Der jüngste folgenschwere Zwischenfall ereignete sich im Juni 2005: In Folge von Brandstiftung wurde das gesamte erste Stockwerk des Betriebes zerstört. Personen kamen nicht zu Schaden.

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