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Schwache Konjunkturlage

Das Bild einer schwachen Konjunkturlage zeigt die Halbjahresbilanz der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) am österreichischen Kreditsektor.

Im ersten Halbjahr 2002 haben die Österreicher 1,05 Mrd. Euro weniger gespart als im ersten Halbjahr 2001, was einem Rückgang um 0,8 Prozent entspricht, gegenüber einem Zuwachs um 430 Mill. Euro bzw. 0,4 Prozent im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dies obwohl die Zinssätze für Spareinlagen zuletzt wieder im Steigen begriffen waren (um durchschnittlich 0,11 Prozentpunkte auf 2,86 Prozent) und die schwierige Lage auf den internationalen Kapitalmärkten anhält, heißt es im Bericht der OeNB.

Mit Stand 30. Juni 2002 wiesen rund 96 Prozent aller 23,6 Millionen Spareinlagen einen Einlagenstand von weniger als 20.000 Euro auf. Exakt 136 Sparbücher hatten dagegen einen Saldo von jeweils mehr als 3 Millionen Euro stehen.

Die Summe aller Einlagen bei den Banken ist ebenso um 0,8 Prozent zurückgegangen, in absoluten Zahlen um 1,53 Mrd. Euro. Im Vergleichszeitraum 2001 waren die Einlagen noch um 2,84 Mrd. Euro oder 1,6 Prozent gestiegen. Die letzte derartige Einlagenreduktion datiert aus dem Jahr 1996. Innerhalb der Einlagen erhöhten sich die Sichteinlagen heuer um 1,85 Mrd. Euro bzw. 4,8 Prozent (Vorjahr plus 760 Mill. Euro/2,1 Prozent). Alle anderen Einlagenkategorien waren relativ stark rückläufig. So wurden die Termineinlagen seit Jänner 2002 um 2,33 Mrd. Euro oder 9,2 Prozent reduziert, während sie in der Vergleichsperiode 2001 noch um 1,65 Mrd. Euro bzw. 8,2 Prozent gewachsen waren.

Das Kreditwachstum hat sich im Berichtszeitraum mit 1,94 Mrd. Euro bzw. 0.8 Prozent gegenüber dem Zuwachs um 4,13 Mrd. Euro bzw. 1,8 Prozent zum Halbjahr 2001 mehr als halbiert, was dem niedrigsten Anstieg seit 1999 entspricht. Der Anstieg resultierte zum größten Teil aus Fremdwährungskrediten, die seit Jänner um 1,57 Mrd. Euro bzw. 3,7 Prozent und somit nur wenig schwächer als im Vorjahr (1,95 Mrd. Euro bzw. 4,9 Prozent) gewachsen sind. Der Anstieg der Eurokredite war dagegen deutlich gebremst. Von 2,18 Mrd. Euro bzw. 1,2 Prozent auf 370 Mill. Euro bzw. 0,2 Prozent im heurigen ersten Halbjahr. Der Anteil der Fremdwährungsausleihungen ist somit seit Jänner 2002 von 18,2 auf 18,7 Prozent gestiegen.

Nach wie vor war im 2. Quartal 2002 etwas mehr als die Hälfte aller Fremdwährungskredite in Schweizer Franken aufgenommen, bei leicht sinkender Tendenz. Seit Anfang 2002 ist deren Gesamtsumme um 600 Mill. Euro bzw. 2,6 Prozent angwachsen. Der Anteil der Yen-Kredite an den gesamten Fremdwährungskrediten ist dagegen von 40,5 auf 42 Prozent gewachsen. Seit Jänner haben die Österreicher um 600 Mill. Euro bzw. 3,2 Prozent mehr Yen-Kredite aufgenommen als zum Halbjahr 2001. Bei Betrachtung der regionalen Unterschiede fiel auf, dass der Westen Österreichs mit rund 32 Prozent einen doppelt so hohen Anteil der Fremdwährungskredite an der gesamten Kreditsumme aufwies, dass die Zuwachsrate im Osten der Republik aber mit rund 6 Prozent höher als im Westen (4 Prozent) war.

Die Bilanzsumme aller Kreditinstitute in Österreich ist seit Ende der 80er-Jahre erstmals gesunken, nämlich um 130 Mill. Euro. In der Vergleichsperiode 2001 war die Bilanzsumme um 4,55 Mrd. Euro bzw. 0,8 Prozent gestiegen.

Die Refinanzierung der Institute mittels eigener Emission hat erneut an Intensität gewonnen. Das Volumen der eigenen Inlandsemissionen stieg um 3,25 Mrd. Euro oder 6 Prozent gegenüber 2,35 Mrd. Euro oder 4,5 Prozent im Vorjahreszeitraum. Hauptverantwortlich für den Zuwachs waren die „begebenen Schuldeverschreibungen“ mit einem Plus von 3,28 Mrd. Euro bzw. 13,2 Prozent.

Angesichts der derzeit eher schwierigen Lage im Inlandsgeschäft versuchten die Kreditinstitute offenbar, ihre Auslandsdorderungen auszuweiten. Diese erhöhten sich demnach seit Jänner um 5,06 Mrd. Euro bzw. 3,2 Prozent, während sie im Vorjahreszeitraum um 4,24 Mrd. Euro bzw. 2,7 Prozent rückläufg waren. Vor allem der Zwischenbankverkehr mit ausländischen Banken trug mit plus 3,2 Mrd. Euro bzw. 3,9 Prozent rund zwei Drittel zum Zuwachs bei. Die Auslandsverbindlichkeiten sanken hingegen im ersten Halbjahr 2002 um 4,43 Mrd. Euro bzw. 2,5 Prozent, in der Vergleichsperiode 2001 waren sie mit minus 3,19 Mrd. Euro um 1,8 Prozent schwächer gesunken.

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