Schumacher aus Koma erwacht: Weitere Genesung "außerhalb der Öffentlichkeit"

Schumacher wurde ins Universitätsspital Lausanne verlegt.
Schumacher wurde ins Universitätsspital Lausanne verlegt. ©EPA
Fünfeinhalb Monate lag Michael Schumacher im Koma, die Fangemeinde bangte um sein Leben. Nun ist der ehemalige F1-Rennfahrer nicht mehr im Tiefschlaf. Von Grenoble wurde er in die Schweiz verlegt, wo auch seine Familie lebt, wie nun am Montag bekannt wurde.
Schumacher aufgewacht
In Aufwachphase
Der schwere Skiunfall

Michael Schumacher ist aus dem Koma erwacht. Knapp ein halbes Jahr nach seinem Skiunfall wurde der frühere Rennfahrer aus dem Krankenhaus von Grenoble nach Lausanne verlegt, wie die dortige Universitätsklinik am Montag bestätigte. Wie es dem 45-Jährigen geht, blieb offen. Da er schwere Kopfverletzungen hatte, könnten Beeinträchtigungen bleiben.

“Er ist nicht mehr im Koma”, erklärte Schumachers Managerin Sabine Kehm. Er werde nun “seine lange Phase der Rehabilitation fortsetzen”. Krankenhaussprecherin Brigitte Polikar in Grenoble bestätigte, dass Schumacher ihre Einrichtung in Begleitung mehrerer Personen verlassen habe. Die Uniklinik in Lausanne erklärte, Schumacher sei eingetroffen. In der Schweiz leben auch seine Frau und seine beiden Kinder. Sein 14-jähriger Sohn war bei dem Skiunfall in den französischen Alpen dabei gewesen.

Schumachers Familie dankt Ärzten

Schumachers Familie bedankte sich ausdrücklich bei allen behandelnden Ärzten und dem Pflegeteam in Grenoble sowie bei den Ersthelfern am Unfallort. “Der Dank der Familie gilt auch all den Menschen, die Michael so viele gute Wünsche gesendet haben”, fügte Kehm hinzu.

Die weitere Genesung Schumachers solle aber “außerhalb der Öffentlichkeit erfolgen”. Weitere Stellungnahmen waren nicht geplant.

Schädel-Hirn-Trauma und Koma

Schumacher war bei einem Sturz im französischen Skigebiet Méribel mit dem Kopf auf einen Stein geprallt und hatte trotz Helms ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Danach lag er im künstlichen Koma. Ende Januar hatten die Ärzte in Grenoble damit begonnen, die Narkosemittel zu reduzieren. Anfang April hieß es, er zeige “Momente des Bewusstseins”.

Der Neurochirurg Tipu Aziz von der Universitätsklinik Oxford erläuterte, Schumachers Verlegung bedeute, dass er selbst atmen und seine Körperfunktionen aufrechterhalten könne. Dass er nun in die Reha solle, deute auf langfristige Folgen seiner Verletzung. “Bei der Rehabilitation werden sie ihn trainieren, mit den Einschränkungen umzugehen”, sagte Aziz. Denkbar seien zum Beispiel die eingeschränkte Funktion seiner Beine, Sprachstörungen oder Schwierigkeiten beim Schlucken.

Schumacher gilt als der erfolgreichste Rennfahrer in der Geschichte der Formel 1. Siebenmal holte er den Titel der Königsklasse, fünfmal in Folge mit Ferrari und zuvor zweimal mit Benetton. Er gewann 91 Rennen. 2012 zog er sich aus dem Rennsport zurück.

(APA)

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