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Schulpflicht ab 3

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Gastkommentar von Johannes Huber. Zu viele Kinder kommen aus problematischen Verhältnissen; nicht nur muslimische. Da hilft nur eines: Sie müssen so früh wie möglich von dort herausgeholt werden.

Ganz besonders an Neuen Mittelschulen (früher: Hauptschulen) muss es zugehen, dass man es sich als Laie gar nicht vorstellen kann. Auch wenn man von einem Lehrer schon einmal gehört hat, dass er von einem Halbwüchsigen bedroht worden sei. Oder dass Sicherheits- und Rettungsdienste zum Schulalltag gehören würden. Susanne Wiesingers Buch „Kulturkampf im Klassenzimmer“, das dieser Tage durch alle Medien geht, trägt zumindest zur Einsicht bei, dass es hier zum Teil wirklich unerträglich sein muss: Wiesinger, die selbst an einer Neuen Mittelschule in Favoriten unterrichtet, berichtet von muslimischen Kindern, die derart radikalisiert sind, dass sie Einfluss auf den Lehrstoff nehmen und auch dafür sorgen, dass andere Buben und Mädchen so auftreten, wie sie es für richtig halten. Ganz klar: Das geht nicht.

Wo aber soll man ansetzen? Ein freundliches, aber bestimmtes Gespräch mit den Erziehungsberechtigten? Wird unter Umständen nichts bringen. Strafen? Wohl ebenfalls wirkungslos. Kopftuchverbot? Ändert wenig.

Das Problem ist, dass zu viele Kinder aus problematischen Verhältnissen kommen: Einmal sprechen weder Vater noch Mutter Deutsch. Im anderen Fall kommt hinzu, dass ihnen Aufklärung im Sinne von Selbstbestimmung, Demokratie und Menschenrechten fremd ist. Im dritten Fall ist den Eltern schlicht egal, was ihr Nachwuchs so treibt; gemeinsame Unternehmungen gibt es nicht. Im vierten Fall ist Bildung überhaupt kein Thema. Bücher im Haushalt? Fehlanzeige.

Alles in allem besteht wohl sehr oft ein Migrationshintergrund. Voraussetzung ist das aber nicht. Unter den 15-Jährigen, die nicht sinnerfassend lesen können, gibt es zum Beispiel immer auch durch und durch österreichische. Sie alle teilt in weiterer Folge ein Schicksal: Wenn überhaupt, bekommen sie einmal einen schlechten Job, haben wenig Geld, schlittern in die Mindestsicherung, in Armut und schließlich Hoffnungslosigkeit.

Das ist kein Zustand, da gibt es nur eine Möglichkeit: Die radikalisierten und die vernachlässigten Kinder müssen so früh wie möglich in eine neue Schule geholt werden, in der sie umfassend betreut werden; in der sie selbst ordentlich reden, lesen, schreiben, aufeinander Eingehen und denken lernen. Am besten ist eine solche Schulde ganztägig und startet im Alter von drei Jahren.

Das wäre keine Revolution. In diese Richtung geht’s ohnehin schon: Der Kindergarten wird zunehmend zu einer verpflichtenden Einrichtung, in der spielerisch gelernt wird. Man könnte genauso gut von einer Vorschule oder überhaupt einer Schule reden. Fehlende Noten, fehlender Stundenplan und andere Dinge sind keine Gründe, das nicht zu tun. Die Kinder entwickeln sich. Und das ist das Entscheidende.

Damit kein Missverständnis entsteht: Das ist kein Plädoyer für eine generelle Schulpflicht ab drei. Vorrangig ist, dass eine solche Regelung für alle eingeführt wird, die’s nötig haben. Die Voraussetzungen ließen sich testen. Im Übrigen könnte ruhig Freiwilligkeit bestehen und der allgemeine Schulstart bei einem Alter von sechs Jahren bestehen bleiben.

Johannes Huber betreibt den Blog dieSubstanz.at – Analysen und Hintergründe zur Politik.

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