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Schoßgebete - Trailer und Kritik zum Film

Nach den "Feuchtgebieten" kommt nun auch Charlotte Roches zweiter Roman auf die große Leinwand. Regisseur Sönke Wortmann bringt "Schoßgebete" ins Kino, die Geschichte über eine neurotische und schwer traumatisierte Frau und ihre ungewöhnliche Ehe.

Alle Spielzeiten auf einem Blick

“Um sich einen runterzuholen”, eigne sich der Film nicht, sagte Charlotte Roche bei der Premiere. Ein Jahr nach der Verfilmung ihres expliziten Bestsellerromans “Feuchtgebiete” kommt am 19. September mit “Schoßgebete” ihr zweites, wesentlich persönlicheres Werk ins Kino. In der Regie von Sönke Wortmann steht nicht der Körper, sondern die verletzte Seele der neurotischen Protagonistin im Zentrum.

Kurzinhalt zum Film

“Mein Mann hat einen Scherbenhaufen geheiratet”, sagt Elizabeth Kiel. Seit einem schweren Autounfall ihrer Familie, bei der ihre Brüder starben, ist die 33-Jährige zutiefst traumatisiert und verängstigt. Rache- und Todesfantasien sowie regelmäßige Besuche bei ihrer Therapeutin Frau Drescher gehören ebenso zu ihrem Alltag wie aufgeschlossene Kindererziehung und tabuloser Sex mit ihrem Mann Georg. Nur beim Liebesspiel fühlt sie sich völlig frei, sagt sie, und begleitet ihren Ehemann in den Sexshop ebenso wie ins Bordell. Elizabeth hangelt sich von einem Tag zum anderen – immer versucht, den Ansprüchen als Ehefrau, Mutter und Objekt gleichermaßen gerecht zu werden.

Erfolgsroman von Charlotte Roche als Vorlage

Nimmt der Sex auf Heizdecken und mit fremder Frau im Bordell in Roches 2011 im Piper-Verlag erschienenen Bestsellerroman noch viel Platz ein, drängen ihn Regisseur Wortmann (“Das Wunder von Bern”, “Der bewegte Mann”) und Produzent und Debüt-Drehbuchautor Oliver Berben eher in den Hintergrund. Die Menage a trois im Puff ist kurz gehalten und überraschend geschmackvoll inszeniert, und auch sonst kommt der Sex gediegen daher. Wortmanns Augenmerk in punkto Explizität liegt auf jenem tragischen Unfall, der Roche tatsächlich zur Selbsttherapie in Buchform gebracht hat: Auf dem Weg zu ihrer Hochzeit in England verunglückten ihre drei Brüder 2001 schwer, nur die Mutter überlebte. Die Familie war extra vom Flugzeug aufs Auto umgestiegen, um Roches wuchtiges Hochzeitskleid zu transportieren.

Für Roches Alter Ego Elizabeth ist dieses Erlebnis allgegenwärtig, immer wieder thematisiert sie ihre Schuldgefühle bei ihrer Therapeutin, schwört den sich an der Tragödie ergötzenden Boulevardjournalisten in Mordfantasien Rache, sieht den eigenen Tod in abstürzenden Aufzügen oder einstürzenden Häusern immer und überall lauern und lässt deshalb den Notar stetig ihr Testament ändern. In milchigen, mit sentimentaler Gitarrenmusik unterlegten Rückblenden werden die Zuseher immer wieder in Elizabeths Vergangenheit und an die Unfallstelle zurückgeführt, wird der Schicksalsschlag zunehmend blutiger und drastischer in Szene gesetzt. Ist die Protagonistin dank ihrer visualisierten Ängste und der stetigen in Off-Erzählung geäußerten Gedanken sonst dauerpräsent, wirken die klischeebeladenen Illustrationen ihrer Erinnerungen distanziert und fremd.

Kritik zum Film

Mit den ständigen, harten Brüchen der ironisch-überzeichneten Gegenwart, die laut Buch nur drei Tage in Elizabeths Leben darstellen sollen, gelingt Wortmann weder ein nachvollziehbarer Handlungsbogen noch die Erweckung von Emotion. Lavinia Wilson, die Elizabeth mit charakteristisch hektischem Sprechrhythmus und beinahe kindlicher Stimme einen Tick zu nahe an Roche anlegt, wirkt zu gekünstelt, als dass sie das Mitgefühl ihrer Zuseher erhaschen könnte. Erfrischend da der zurückhaltend agierende Jürgen Vogel – ungewohnt mit Brille und Bart – als verständnisvoller Ehemann und Stiefvater Georg und die nüchterne Juliane Köhler als geduldige Therapeutin. Den wackeligen Balanceakt zwischen tief gehender Seelenforschung und ironischer Alltagsbanalität können sie nicht ausgleichen.

Trailer zu “Schoßgebete”

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