Schönheitschirurg lagerte Köpfe im Keller

Was zunächst wie ein grausiges Verbrechen aussah, entpuppte sich am Donnerstagabend als bizarrer Kriminalfall:

Ein Schönheitschirurg hat insgesamt neun Köpfe in seinem Kellerabteil im Kaisermühlner Goethehof, Stiege 17, in Wien-Donaustadt gelagert. Auf die Toten dürften Einbrecher gestoßen sein, welche die Kellerabteile am Donnerstag aufgebrochen hatten. Hals über Kopf und ohne Beute ergriffen sie die Flucht. Eine Hausmeisterin fand die Köpfe und verständigte die Polizei.

Gegen 18.30 Uhr ging die Frau in den Keller. Gleich beim Eingang lag der Kopf einer Frau in einem Plastiksack. Aus dem Keller drang Gestank. Die Hausmeisterin öffnete die Tür und sah weitere Leichenteile im Gang vor den Abteilen liegen. Dann verständigte sie die Exekutive, wie eine Sprecherin der Polizei sagte.

Ermittlungen ergaben, dass es sich bei den mumifizierten Leichenteilen – neben den Köpfen auch andere Stücke – offenbar um Forschungs- oder Übungspräparate handelte, die ein Schönheitschirurg in seinem Kellerabteil in einer Truhe gelagert hatte. Einbrecher hatten am Donnerstag in dem Keller mehrere Abteile aufgebrochen. Als sie auch den Raum des Arztes heimsuchten, stießen sie die Truhe um. Die Köpfe und die anderen Teile fielen in den Kellergang, die Kriminellen flüchteten vermutlich ohne Beute.

Laut Polizei gibt es keinen Hinweis auf ein Gewaltverbrechen. Der Schönheitschirurg wurde am Abend einvernommen, warum er die Teile – ähnlich jenen auf einem anatomischen Institut – in seinem Keller lagerte. Rechtlich dürfte für ihn höchstens Störung der Totenruhe übrig bleiben.

Die Hausmeisterin zeigte sich trotz ihrer grausigen Entdeckung relativ unbeeindruckt. Auf die Frage von Journalisten, ob sie schockiert sei, sagte sie: „Na, es geht.“ Vor dem Stiegeneingang bildete sich eine Traube von geschockten Menschen: „Ich will nicht auf einem Friedhof wohnen“, sagte einer der Bewohner des Goethehofs der APA.

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Wien - 22. Bezirk
  • Schönheitschirurg lagerte Köpfe im Keller
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen