Schmiergeld-Hinweise bei schwedischem Gripen-Deal

In Schweden sind neue Hinweise auf Bestechung im Zusammenhang mit dem Verkauf von 28 Kampfflugzeugen vom Typ Jas Gripen an Südafrika aufgetaucht. Dem schwedischen Rundfunk SR zufolge kamen britische Ermittler zu dem Schluss, dass mindestens 51 Mio. Rand (5,46 Mio. Euro) über eine dem Rüstungskonzern Saab gehörende Firma und eine Person mit guten Kontakten zur gesamten politischen Elite Südafrikas geflossen sind.

Laut einem geheimen britischen Polizeidokument sollen die mutmaßlichen Bestechungsgelder zwischen den Jahren 2003 und 2005 in 19 Einzelüberweisungen an die zur Abwicklung von Gegengeschäften gegründete Saab-Firma Sanip geflossen sein. Als Mittelsmann fungierte angeblich Fana Hlongwane, ein Berater des damaligen südafrikanischen Finanzministers. Das ursprüngliche Geschäft über den Ankauf der Gripen-Kampfflugzeuge wurde bereits 1999 geschlossen.

Die Ermittlungen in Schweden zu vermuteter Korruption im Zusammenhang mit den Verkäufen von Gripen-Kampffliegern an Südafrika, Tschechien und Ungarn wurden vergangenes Jahr wegen mangelnder konkreter Beweise eingestellt. Der dafür zuständige Staatsanwalt Christer van der Kwast kritisierte die Regierung in Stockholm, zu wenig Ressourcen zur Konkretisierung der bestehenden, seiner Ansicht nach wohlbegründeten Verdachtsmomente bereitgestellt zu haben.

Im Zusammenhang mit den Geschäften mit Tschechien und Ungarn ermittelte auch die österreichische Justiz. Konkret ging es um Hinweise, dass dabei der österreichische Geschäftsmann und Waffenlobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly als Vermittler von Bestechungsgeldern fungiert haben könnte. Mensdorff-Pouilly hat, ebenso wie das schwedische-britische Gripen-Konsortium und mehrere Saab-Spitzenmanager, alle Vorwürfe stets bestritten.

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