Schloss Schönbrunn wird zum Weingut - teilweise

Das Wiener Schloss Schönbrunn geht unter die Winzer. Auf 1.000 Quadratmetern werden unter reger Promi-Beteiligung am Orangerie-Areal Rebstöcke gepflanzt. Ab 2011 sollen jährlich 500 Flaschen Ertrag kommen.

Das Schloss Schönbrunn wird zum Weingut – zumindest auf 1.000 Quadratmetern. Am Areal der heutigen Orangerie, wo bis Mitte des 18. Jahrhunderts schon einmal Trauben geerntet wurden, sind am Montagnachmittag nämlich mehrere hundert Rebstöcke unter prominenter Beteiligung ausgesetzt worden. Sie sollen dann ab 2011 jährlich rund 500 Flaschen “Gemischter Satz” abwerfen. Für Schlossbesucher wird die Riede ebenfalls zugänglich sein, kündigte Schloss-Schönbrunn-Geschäftsführer Wolfgang Kippes in einer Pressekonferenz an.

Auferstehung einer alten Tradition

Der historische Weingarten, der nun wiederbelebt wird, trug ursprünglich den Namen “Liesenpfennig” und befindet sich auf einem ehemaligen Jagdareal. Für die Neugestaltung zeichnet das Landschaftsarchitekturbüro “KoseLicka” verantwortlich, das die Rebenzeilen als strahlenförmiges Halbrund angelegt hat.

Mit von der Partie bei der heutigen ungewöhnlichen Gartenarbeit waren etwa der Wiener ÖVP-Landesgeschäftsführer und Hobby-Weingärtner Norbert Walter, Dompfarrer Toni Faber oder Wirtschaftskammerpräsidentin Brigitte Jank. Gepflegt werden die Setzlinge vom – inzwischen international bekannten – aus vier Winzern bestehenden Verbund Wien-Wein, wobei die tatsächlichen Arbeiten von den Bundesgärten durchgeführt werden.

Neun Sorten auf 1.000 Quadratmetern

Insgesamt neun Sorten werden ab sofort auf dem barocken Areal nahe dem neuen Tageszentrum wachsen, so Wien-Wein-Winzer Richard Zahel, der sich selbst als “Gemischter-Satz-Junkie” deklarierte: “Für mich geht ein kleiner Bubentraum in Erfüllung”, freute sich der Traubenspezialist über den “historischen Moment”.

Knospen werden die Pflanzen erstmals im Frühjahr 2010. Dann können Spaziergänger die Heranreifung des besonderen Tropfens auf dem frei zugänglichen Parkabschnitt selbst miterleben. Nach Anbinden der Triebe, Bearbeitung des Bodens, Grünschnitt und Düngung soll im Herbst schließlich jedes Jahr ein Lesefest gefeiert werden. “Dort wird alles erlaubt sein, nur nicht das Essen der Trauben”, verwies Weinbauer Fritz Wieninger auf die Kostbarkeit des erwarteten geringen Ertrages.

Was mit den Bouteillen passieren wird, steht noch nicht fest. Geplant ist unter anderem, den Ertrag für einen wohltätigen Zweck zu versteigern, hieß es heute.

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