Schüler strömen immer stärker in die AHS-Unterstufe

Nächste Woche beginnen die Anmeldungen für das kommende Schuljahr. Laut einer Statistik haben Hauptschulen nach 25 Jahren sukzessive Schüler an die AHS-Unterstufe verloren.

74 Prozent aller Volksschul-Abgänger entschieden sich für die Hauptschüler. Gymnasiasten waren damals eine deutliche Minderheit. Heute sieht es etwas anders aus: Laut Statistik Austria wechseln nunmehr rund 10 Prozent der Volksschüler weniger in eine Hauptschule. Die Gymnasien holen immer mehr auf.
Überraschend sind die Werte im Bezug zur lokalen Entwicklung: Wider Erwarten macht nicht Wien sondern die Steiermark das Rennen, denn hier ist der Rückgang am schnellsten zu bemerken – über 12 Prozent weniger Volksschüler beschritten ihren weiteren Bildungsweg in einer Hauptschule. In Wien hingegen hat sich nicht allzuviel verändert; die Hauptschul- bzw. AHS-Besuchsquote pendelt um die 50 Prozent.

Als “typisch österreichisches Phänomen” wertet SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser in einer Aussendung den Umstand, dass immer mehr Schüler in die AHS-Unterstufen strömen, die Hauptschulen hingegen an Nachwuchs verlieren. “Wer international tätig ist, wird sich mit dieser Nachricht schwertun, denn neun von zehn europäischen Schülern kennen dieses Problem überhaupt nicht”, so Niederwieser, der zugleich die hierzulande nach wie vor bestehende Differenzierung in Hauptschule und Allgemeinbildender höherer Schule nach der Volksschule kritisierte.

Der SPÖ-Bildungssprecher verwies auf die Bedeutung einer gemeinsamen Mittelschule, mit der die frühe Selektion vermieden werden könnte. Mit dieser wäre eine individuelle Förderung besser möglich, und gleichzeitig würde das Zusammenleben von Kindern verschiedener Herkunft besser erlernt als in der gegenwärtigen “Ausleseschule”.

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