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Schlecker-Umbau zu dayli gescheitert

Im Juli waren bereits 1.261 Beschäftigte abgebaut worden.
Im Juli waren bereits 1.261 Beschäftigte abgebaut worden. ©VOL.AT/Hofmeister
Der Umbau der ehemaligen Drogeriemarktkette Schlecker zu dayli ist endgültig gescheitert. Gläubigerausschuss und Gericht bewilligten heute, Montag, die vom Insolvenzverwalter beantragte Schließung.
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Bis vergangenen Freitag hätte ein Investor eine Bankgarantie in Höhe von 1,15 Mio. Euro vorweisen müssen, um eine Weiterführung der Kette bis 16. August zu gewährleisten. Damit verlieren die restlichen 2.200 dayli-Mitarbeiterinnen ihren Job. Im Juli waren bereits 1.261 Beschäftigte abgebaut worden.

Die Interessenten konnten aber keine Finanzierung vorweisen: “Bis zuletzt behaupteten die Investoren, die drohenden, laufenden Verluste abdecken zu wollen, das Geld kam aber nicht”, so Insolvenzverwalter Rudolf Mitterlehner in einer Aussendung.

Größte Handelspleite seit 20 Jahren

Die Schließung der Drogeriemarktkette dayli (vormals Schlecker) ist nach Mitarbeiterzahlen die größte Handelspleite in den vergangenen 20 Jahren. Insgesamt 3.468 Beschäftigte – zum Großteil Frauen in Teilzeit – verlieren durch das Ende der Drogeriemarktkette ihren Job. Der Handelsriese Konsum mit 17.000 Mitarbeitern hatte im Jahr 1995 Ausgleich angemeldet und wurde dann abgewickelt.Dayli-Masseverwalter Rudolf Mitterlehner zeigte sich am Montag über die glücklose Investorensuche “frustriert”. Mit Investoren seien Gespräche bis zur letzten Minute geführt worden, aber nicht Konkretes dabei herausgekommen. “Eine Finanzierungszusage erfolgte, wurde aber nicht eingehalten”, so Mitterlehner am Montag in einer Aussendung.

Fehlende Investoren

Wegen fehlender Investoren bewilligten der Gläubigerausschuss und das Insolvenzgericht heute Vormittag den Schließungsantrag des Insolvenzverwalters. Betroffen sind die 522 noch offenen, österreichischen Filialen und das Lager in Pöchlarn (NÖ). Die Filialen in Luxemburg und Belgien bleiben laut dem Masseverwalter vorerst noch offen. Auch die Zentralverwaltung in Pucking (OÖ) samt Bezirksleitungen wird noch benötigt. Von den Schließungen betroffen sind derzeit rund 2.000 Mitarbeiterinnen.

Sonderlich große Hoffnungen, dass ein Investor das Unternehmen aus dem Konkurs herauskaufen wird, macht sich der Masseverwalter nicht. “Nach den Erfahrungen der letzten Tage habe ich auch da keine großen Hoffnungen.”

83 Mitarbeiter in Vorarlberg

In Vorarlberg sind 83 Mitarbeiter betroffen, fünf der insgesamt 27 Filialen wurden bereits im Juli geschlossen. Das Land Vorarlberg und das AMS haben eine Insolvenzstiftung eingerichtet. Die betroffenen Mitarbeiter können sich dort umschulen lassen.

Gewerkschaft warnt vor Schnellschüssen

Mit dem Schließungsbeschluss für die Drogeriekette dayli ist für die Beschäftigten das Ausharren in leeren Geschäften noch nicht vorbei. Trotz der Konkurseröffnung müssten Kündigungsfristen eingehalten werden, gibt GPA-Experte Manfred Wolf zu bedenken. Er empfiehlt den Mitarbeitern die Infoveranstaltungen der Gewerkschaften vor Ort zu besuchen, hier würde dann nach individuellen Lösungen gesucht. “Wunder können wir auch keine bewirken”, merkte Wolf im APA-Gespräch an, aber alles was im Bereich des möglichen liege, werde getan. Er erinnerte an die Arbeitsstiftungen die mittlerweile in allen Bundesländern eingerichtet seien.

Kritik in Internetforen, woran die Mitbewerber eher nur an den jüngeren und somit “günstigeren” dayli-Mitarbeiterinnen interessiert wären, könne er im konkreten Fall nicht bestätigen, aber auch in diesem Fall würden wohl die “Gesetze des Marktes” schlagend. Konkrete Zahlen wie viele Mitarbeiter inzwischen zum Mitbewerb gewechselt sind, hat Wolf nicht.

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