"Schlafende Schönheit" im Belvedere

"Flaming June", eines der bekanntesten Gemälde der Kunstgeschichte, das der englische Maler Frederic Leighton um 1895 schuf, sowie fünf teils monumentale Hauptwerke von Edward Burne-Jones bilden die Höhepunkte der neuen Sommerausstellung im Untere Belvedere.

Unter dem Titel “Schlafende Schönheit” werden vom 15. Juni bis zum 3. Oktober Exponate aus dem Museo De Arte De Ponce in Puerto Rico gezeigt.

Anlässlich der Ausstellungseröffnung am Abend betonte Belvedere-Direktorin Husslein-Arco am Montag, dass die Ausstellung “eine in Österreich bislang weitgehend unbekannte Bildwelt der beginnenden Moderne” erschließt und den Auftakt zu weiteren Ausstellungen rund um den Themenbereich Viktorianische Kunst im Belvedere bildet. Sonderpräsentationen zum europäischen Symbolismus und zur Kunst der Präraffaeliten sind bereits geplant. Die rund 65 Objekte der Ausstellung, darunter sowohl Gemälde, Zeichnungen als auch Bücher, ermöglichen einen visuellen Streifzug durch das Kunstschaffen in England ab der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Die 1848 in London gegründete Künstlergemeinschaft der Präraffaeliten verfolgte die Erneuerung der Künste gegenüber der offiziellen und prüden viktorianischen Kunst. Zentrale Inhalte und Themen der Gruppierung waren englische Literatur, Religion und die Geschichte Englands. Mithilfe von Werkananalysen und Vergleichsbeispielen werden der kunsthistorische Kontext der gezeigten Bilder von unter anderen Frederic Leighton, Edward Burne-Jones, Dante Gabriel Rossetti, John Everett Millais und William Holman Hunt und deren Bezug zur österreichischen Kunst der Jahrhundertwende veranschaulicht.

Der Kurator der Ausstellung, Alfred Weidinger, wollte vor allem den Spuren nachgehen, die die Viktorianische Malerei auf österreichische Künstler hinterließ und Gemeinsamkeiten zwischen diesen herausarbeiten. So ist die berühmte “Flaming June” etwa Vorbild für Gustav Klimts “Danae” gewesen. Die Ausstellung orientiert sich am Bestand der karibischen Sammlung des vom Industriellen Don Luis Alberto Ferre Aguayo 1959 gegründeten Museo de Arte de Ponce auf Puerto Rico, das derzeit baulich erweitert wird. Die Ausstellung im Belvedere bietet nach London, Madrid, Den Haag und Stuttgart die letzte Gelegenheit, diese außergewöhnlichen Gemälde vor ihrer Rückkehr nach Puerto Rico zu sehen.

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