Schizophrenie durch Cannabis

Personen, die auf Cannabis mit psychotischen Symptomen reagieren, sind zu einem erheblichen Ausmaß durch eine später auftretende Schizophrenie gefährdet.

Solche Erscheinungen dürften allerdings weniger die „Nebenwirkung“ von der illegalen Droge als vielmehr ein Frühsignal der späteren Erkrankung sein, haben dänische Wissenchafter herausgefunden. Dr. Mikiel Arendt und seine Co-Autoren von der Universitätsklinik von Aarhus haben 535 Patienten untersucht, die zwischen 1994 und 1999 wegen psychotischer Symptome – zum Beispiel Wahnvorstellungen etc. – nach Cannabis-Konsum behandelt wurden. Innerhalb von drei Jahren nach dieen „Zwischenfällen“ entwickelten 44 Prozent eine Schizophrenie. Insgesamt wurden bei 77 Prozent von ihnen irgendwelche psychiatrischen Erkrankungen, inklusive Angststörungen und manisch-depressive Episoden – festgestellt.

Die Problematik betrifft offenbar vor allem jüngere Menschen und vor allem Männer. Psychotische Symptome in Verbindung mit Cannabis wurden bei Personen mit einem durchschnittlichen Alter von 27 Jahren (Männer mit durchschnittlich 24 Jahren, Frauen mit durchschnittlich 29 Jahren) diagnostiziert. 82 Prozent von ihnen waren Männer. Im Gegensatz dazu zeigte sich bei 2.721 Personen, die zwar eine Schizophrenie entwickelten, aber kein Cannabis konsumierten, ein anderes „Profil“: Männer erkrankten im Durchschnitt erst mit 30 Jahren, Frauen mit 33 Jahren.

Laut den Wissenschaftern könnte somit Cannabis-Konsum den Ausbrauch einer Schizophrenie beschleunigen. Arendt: „Unsere Untersuchung zeigt, dass durch Cannabis ausgelöste psychotische Symptome ein bedeutender Risikofaktor für spätere psychiatrische Erkrankungen sind. Solche Symptome sind offenbar nicht so harmlos, wie sie bisher beschrieben wurden.“ Die Studie wird in der neuesten Ausgabe des British Journal of Psychiatry publiziert.

In Österreich gibt es rund 80.000 Menschen, die an Schizophrenie leiden. Etwa 20 Prozent aller stationären Aufnahmen in psychiatrische Krankenhäuser sind mit der Diagnose Schizophrenie verbunden. Trotz mittlerweile guter Behandlungsmöglichkeiten mit modernen Antipsychotika leiden viele Betroffene noch immer unter Stigmatisierung und Diskriminierung.

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