Schallenberg: Covid-Krise könnte Gleichstellung gefährden

Schallenberg sieht durch die Coronakrise Fortschritte in puncto Gleichstellung auf dem Spiel.
Schallenberg sieht durch die Coronakrise Fortschritte in puncto Gleichstellung auf dem Spiel. ©APA
In Hinblick auf den Weltfrauentag hat Außenminister Alexander Schallenberg davor gewarnt, dass die Covid-19-Pandemie bisher erreichte Fortschritte in Sachen Gleichstellung gefährden könnte.

Frauen und Mädchen seien durch die Zunahme von Gewalt, Arbeitsplatz- und Bildungsverlust weltweit überdurchschnittlich von den Folgen der Krise betroffen. Dies sei vor allem in Entwicklungsländern der Fall, erinnerte die Austrian Development Agency (ADA) in einer Aussendung.

ADA betont Rolle von Frauen in Friedensprozessen

"Wir haben im wahrsten Sinne des Wortes keine Zeit mehr zu verlieren, wenn es um die Wahrung von Frauenrechten und ein Ende jeglicher Art der Ungleichbehandlung geht", sagte Martin Ledolter, Geschäftsführer der ADA, die staatliche Agentur für Entwicklungszusammenarbeit (EZA). Besonders in bewaffneten Konflikten erschwere Covid die belastende Situation von Mädchen und Frauen um ein Vielfaches. "Hier wird einmal mehr deutlich: Ohne die Beteiligung von Frauen sind Bemühungen für anhaltenden Frieden und bessere Lebensbedingungen auf Dauer zum Scheitern verurteilt. Gerade jetzt müssen wir alle Kräfte daransetzen, dass die Pandemie bereits erreichte Erfolge nicht wieder zunichtemacht", so Ledolter zur Rolle von Frauen in Friedensprozessen.

Globale Antworten müssten "immer auch eine Geschlechterperspektive berücksichtigen, Frauen müssen an den Entscheidungen maßgeblich teilhaben", betonte Schallenberg. Der Einsatz für die Rechte von Mädchen und Frauen ziehe sich als Querschnittsthema durch die gesamte Arbeit der ADA und des Außenministeriums. Österreich engagiere sich allen internationalen Foren und Organisationen dafür, dass "gleiches Recht sowohl für Frauen als auch für Männer gilt und Diskriminierung von Frauen aufgezeigt und zurückgedrängt wird". Ab 26. März übernimmt Österreich laut Schallenberg in der Frauenstatuskommission der UNO vier Jahre lang (in der Periode 2021 bis 2025) besondere Verantwortung für frauenpolitische Anliegen.

Gesetze gegen Ausbeutung in Textilindustrie notwendig

Die Menschenrechtsorganisation Südwind und die Clean Clothes Kampagne erinnerten anlässlich des Weltfrauentages an die besonders problematischen Arbeitsbedingungen von Frauen in der weltweiten Textilindustrie und forderten klare Gesetze gegen die Ausbeutung entlang internationaler Lieferketten. Die Textilindustrie sei noch immer ein "Hochrisikobereich für Arbeiterinnen", trotz oftmaliger Besserungsversprechen der Modekonzerne stünden Diskriminierung, Unsicherheit bis hin zu sexualisierter Gewalt "noch immer an der Tagesordnung", erklärte Gertrude Klaffenböck, Koordinatorin der Clean Clothes Kampagne, in einer Aussendung. In einem offenen Brief an die EU-Abgeordneten forderte die Kampagne gemeinsam mit Südwind ein umfassendes Gesetz für Unternehmensverantwortung. Demnach müssten vor allem die Versammlungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen als entscheidende Grundrechte für alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen anerkannt werden.

Die Paneuropabewegung Österreich wiederum erinnerte an die "tapferen Frauen", die in Weißrussland (Belarus) für bürgerliche Freiheit und Demokratie demonstrierten, "und dafür vom Lukashenko-Regime schikaniert und eingesperrt werden".

(APA/Red)

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