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Sastre siegt in Alpe d'Huez

Ein Feuerwerk an Attacken haben die besten Radprofis der Tour de France am Mittwoch auf der Königsetappe nach L'Alpe d'Huez abgebrannt. Bilder 

Bernhard Kohl hielt sich im Schlussanstieg mit erneut toller Leistung als Zehnter im Kreis der Mitfavoriten, das Gelbe Trikot war für den 26-Jährigen aber außer Reichweite, er büßte einen Platz ein. Der ÖRV-Profi verlässt die Alpen als Gesamt-Dritter der Tour sowie als uneinholbarer Spitzenreiter der Bergwertung. Vor hunderttausenden Fans übernahm der Spanier Carlos Sastre mit dem Tagessieg auf dem 17. Abschnitt (210 km) auch das Gelbe Trikot von seinem CSC-Saxo-Teamkollegen Fränk Schleck (LUX).

Der 33-jährige Sastre hatte gleich zu Beginn der letzten Steigung mit ihren gefürchteten 21 Kehren (Höhendifferenz 1.090 m) angegriffen und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Acht Kilometer vor dem Ziel fuhr der Gesamt-Dritte von 2006 und Vorjahres-Vierte bereits im virtuellen Gelben Trikot, nach seinem Solosieg (2:03 Min. Vorsprung) hat er in der Gesamtwertung 1:24 Minuten Vorsprung auf Fränk Schleck (Tages-5.), 1:33 auf Kohl und 1:34 auf den Vorjahres-Zweiten Cadel Evans (AUS/7.). Evans gilt als bester Zeitfahrer und hat am Samstag in der 53-km langen Prüfung gegen die Uhr die besten Karten, dem heuer fehlenden Spanier Alberto Contador als Gewinner des Gelben Trikots nachzufolgen.

Das Mythos der Tour, wie L’Alpe d’Huez genannt wird, wurde seinem Namen vollauf gerecht. In der Gruppe der Asse wechselte die Führung ständig, das Tempo war unrhythmisch, ständige Antritte forderten den Profis alles ab. Auch Kohl, der zuvor auf dem Col de Galibier (2.645) und Col de Croix de Fer (2.067) seine Führung in der Bergwertung zementiert hatte, griff einige Male an, doch stets konterten die Schleck-Brüder Fränk und Andy. Ihr CSC-Saxo-Rennstall hatte zuvor für hohes Tempo gesorgt und auch ein Ausreißer-Quartett mit dem Kohl-Zimmerkollegen Stefan Schumacher (GER) unter Kontrolle gehalten.

Mit seiner großartigen Leistung im Finish, als er trotz Problemen den Anschluss hielt, hat Kohl die Voraussetzungen für einen Gesamtrang unter den ersten Sechs in Paris geschaffen. Im Ziel lag der 26-jährige Gerolsteiner-Profi völlig erschöpft auf dem Boden, vermochte danach kaum einen Fuß vor den anderen zu setzen. “Das war mit Abstand der härteste Tag in meinem Leben. Ich bin so weit über mein Limit gegangen, bin völlig am Ende. Ich weiß nicht, wie ich morgen auf das Rad steigen soll”, erklärte der Wahl-Kärntner.

Dennoch war er völlig zufrieden, denn ein Ziel hat er vor den letzten vier Etappen und 557 von insgesamt 3.560 Kilometern bereits erreicht: Vorausgesetzt der gelernte Rauchfangkehrer rollt am Sonntag auf den Pariser Champs Elysees über die Linie, wird er als erster Österreicher die prestigeträchtige Bergwertung des wichtigsten Radrennens gewinnen. “Ich bin überglücklich über meine Leistung, ich bin wieder ganz weit vorne angekommen, das war eine fantastische Leistung. Sastre nachzufahren, war allerdings unmöglich.”

Für das zweite, noch größere Vorhaben muss Kohl noch hart arbeiten. “Ich will unbedingt in Paris auf dem Podest stehen”, erklärte er. Doch dazu muss er die drei starken Zeitfahrer, die hinter ihm lauern, in Schach halten bzw. die neun Sekunden Rückstand auf den zweitplatzierten Fränk Schleck gutmachen. Letzteres scheint möglich, doch der Vorsprung auf Cadel Evans (eine Sekunde) und auf den Russen Denis Mentschow (1:06 Minuten) ist denkbar gering.

Sastre feierte seinen zweiten Etappensieg bei der Tour nach Ax-3 Domaines 2003, wo Georg Totschnig zwei Jahre später triumphiert hat. Andy Schleck sorgte sogar für einen Doppelsieg der CSC-Equipe von Bjarne Riis, die 2006 durch Fränk Schleck ebenfalls den Gewinner gestellt hatte.

Sastre, Vorjahrs-Zweiter der Vuelta, wollte seine Chance auf den Gesamtsieg noch nicht einschätzen. “Von so einem Rennen habe ich immer geträumt. Ich genieße den Augenblick, muss mich erst einmal erholen. Aber ich werde das Maximum geben.” Evans hatte im Finish alleine gekämpft, um den Rückstand zu reduzieren. “Heute ist jeder am Ende. Das Zeitfahren wird die Stunde der Wahrheit, ich hoffe, ich habe gute Beine.”


Etappen-Klassement
1. Carlos Sastre (Spanien) – CSC/Saxo Bank 6:07:58 Std.
2. Samuel Sanchez (Spanien) – Euskatel-Euskadi + 2:03 Min.
3. Andy Schleck (Luxemburg) – CSC/Saxo Bank gleiche Zeit
4. Alejandro Valverde (Spanien) – Caisse d’Epargne + 2:13
5. Frank Schleck (Luxemburg) – CSC/Saxo Bank gleiche Zeit
6. Wladimir Efimkin (Russland) – AG2R + 2:15
7. Cadel Evans (Australien) – Silence-Lotto
8. Denis Mentschow (Russland) – Rabobank
9. Christian Vandevelde (USA) – Garmin Chipotle
10. Bernhard Kohl (Österreich) – Gerolsteiner alle gleiche Zeit

Gesamtwertung
1. Carlos Sastre (Spanien/CSC Saxo-Bank) 74:39:03 Stunden
2. Frank Schleck (Luxemburg/CSC Saxo-Bank) 1:24 Minuten zurück
3. Bernhard Kohl (Österreich/Gerolsteiner) 1:33
4. Cadel Evans (Australien/Silence-Lotto) 1:34
5. Denis Menchov (Russland/Rabobank) 2:39
6. Christian Vandevelde (USA/Garmin Chipotle) 4:41
7. Alejandro Valverde (Spanien/Caisse d’Epargne) 5:35
8. Samuel Sanchez (Spanien/Euskaltel) 5:52
9. Tadej Valjavec (Slowenien/Ag2r) 8:10
10. Vladimir Efimkin (Russland/Ag2r) 8:24

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