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Sarajevo-Attentat 1914: Wien schlägt Gedenkfeier bei EU-Gipfel 2014 vor

Sarajevo 1914: Gavrilo Princip (rechts) bei seiner Festnahme nach dem tödlichen Attentat auf Thronfolger Franz Ferdinand
Sarajevo 1914: Gavrilo Princip (rechts) bei seiner Festnahme nach dem tödlichen Attentat auf Thronfolger Franz Ferdinand ©DAPD
Zum 100. Jahrestag des Sarajevo-Attentats am 28. Juni, das 1914 den Ersten Weltkrieg auslöste, koordinieren 30 Staaten ihre diesbezüglichen Aktivitäten für das Gedenkjahr 2014. Wien schlägt in diesem Zusammenhang eine gemeinsame Gedenkfeier beim EU-Gipfel im Juni 2014 vor.
Exponat vom Attentat im HGM

Ein Jahr vor dem 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs laufen die Vorbereitungen auf das Gedenkjahr 2014 bereits auf Hochtouren. In einer regelmäßig tagenden Koordinationsgruppe stimmen Diplomaten aus rund 30 Staaten – von Kanada bis Neuseeland – ihre jeweiligen Aktivitäten ab. Österreich wünscht sich dabei eine gemeinsame Gedenkfeier der Staats- und Regierungschefs aller damaligen Kriegsteilnehmer im Rahmen des EU-Gipfels Ende Juni 2014, also zum 100. Jahrestag des kriegsauslösenden Attentats auf das österreichisch-ungarische Thronfolgerpaar in Sarajevo am 28. Juni 1914.

Eine Feier für das “Friedensprojekt” EU

Eine solche Feier würde auch das Friedensprojekt Europäische Union stärken, argumentiert der österreichische Koordinator und pensionierte Botschafter Christian Prosl im APA-Gespräch. “Die Botschaft sollte lauten: Wir haben aus der Geschichte gelernt.” Prosl verwies in diesem Zusammenhang auf die Folgen des Ersten Weltkriegs mit seinen nationalen Egoismen und Zollmauern, die den Kontinent in den noch verheerenderen Zweiten Weltkrieg führten. Berlin, Paris und auch EU-Vertreter hätten positiv auf den österreichischen Vorstoß reagiert.

Die Koordinationsgruppe wurde auf belgische Initiative ins Leben gerufen und trat im vergangenen Herbst erstmals zusammen. “Das ist schon etwas Besonderes”, würdigt Prosl die unübliche länderübergreifende Zusammenarbeit bei der Vorausplanung von Gedenkveranstaltungen.

Erster Weltkrieg: Verschiedene Bezüge

Staatenübergreifende Projekte sind allerdings noch Mangelware, da die Sichtweisen der Kriegsteilnehmer immer noch zu unterschiedlich sind. “Jedes Land hat andere Bezüge”, erläutert Prosl. Während für Österreich das Sarajevo-Attentat am 28. Juni 1914 geschichtlich im Vordergrund stehe, werde in Großbritannien traditionell das Kriegsende am 11. November 1918 gefeiert. Für die USA sei dagegen der Kriegseintritt im Jahr 1917 bedeutend, während die frühere britische Kolonie Neuseeland auf die verlustreiche Schlacht von Gallipoli im Jahr 1915 fixiert sei. Frankreich wiederum will sogar sechs Jahre lang zelebrieren – von 2014 bis 2020.

Besonders hochgehalten wird die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg naturgemäß bei den Siegermächten Frankreich und Großbritannien. Deutschland ist hingegen in einer schwierigen Situation, da das Deutsche Reich als hauptverantwortlich für den Kriegsausbruch gilt. Österreich ist dagegen mit seiner Habsburger-Vergangenheit weitgehend im Reinen und wünscht sich ein in die Zukunft gerichtetes Gedenken. “Wir können nicht 100 Jahre danach den Ersten Weltkrieg intellektuell nachspielen”, erläutert Prosl.

Pläne für Gedenkfeier

Diskutiert wird derzeit auch eine gemeinsame Erklärung der Kriegsbeteiligten zum Gedenken an die Toten. Ein von Belgien verfasster Text werde derzeit akkordiert, sagte Prosl.

Österreich ist naturgemäß vor allem an Kooperationen mit den Nachbarländern sowie den Nachfolgestaaten der Monarchie interessiert. Auf politischer Ebene will die österreichische Regierung das Gedenkjahr 2014 dafür nutzen, die Annäherung der Balkan-Staaten an die Europäische Union voranzutreiben – etwa mit einer Außenminister-Konferenz der Balkan-Staaten.

Im Gedenkjahr wird sich “viel tun”

In Österreich wird sich laut Prosl während des Gedenkjahres 2014 “sehr viel tun”. Es seien zahlreiche Ausstellungen und wissenschaftliche Konferenzen, Buch-Neuerscheinungen und kulturelle Veranstaltungen in Vorbereitung. Auch ein Staatsakt zum 100. Jahrestag des Kriegsausbruchs in Wien sei geplant. Der wissenschaftlichen Aufarbeitung der damaligen Ereignisse soll ein “Reflexionspapier” dienen, das namhafte Historiker derzeit im Auftrag des Außenministeriums verfassen.

Stark engagieren will sich Österreich auch in Bosnien-Herzegowina. Wien hat sich der von Frankreich ins Leben gerufenen “Sarajevo-Stiftung” angeschlossen, die mit EU-Fördermitteln Projekte in der Stadt des Thronfolger-Attentats abwickelt. So ist etwa ein bosnisch-österreichisches Künstlerprojekt geplant. Und am symbolischen 28. Juni 2014 wollen die Wiener Philharmoniker ein Konzert in Sarajevo geben, das auch ins Freie übertragen werde.

(apa/red)

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