Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

S35: Halb fertige Murbrücke stürzt auf Gleise: Bahnverkehr steht wochenlang

Halbfertige Murbrücke eingestürzt: die Bauarbeiten sollten eigentlich Ende 2015 abgeschlossen sein.
Halbfertige Murbrücke eingestürzt: die Bauarbeiten sollten eigentlich Ende 2015 abgeschlossen sein. ©EPA
Die Bauarbeiten an der Murbrücke hätten Ende 2015 abgeschlossen sein sollen. Nun liegt in Frohnleiten ein Trümmerfeld: Die halb fertige Brücke der S35, Brucker Schnellstraße, ist Samstagabend nördlich von Graz auf einer Länge von knapp 100 Metern eingestürzt und auf die darunter liegenden Gleise der ÖBB-Südbahnstrecke gefallen. Obwohl dort täglich rund 100 Züge fahren, wurde keine Garnitur getroffen, verletzt wurde wie durch ein Wunder niemand. Für mindestens zwei Wochen wird der Bahnverkehr gesperrt werden müssen. Täglich sind davon rund 10.000 Fahrgäste betroffen.
Trümmerfeld bei Graz: Brücke stürzt auf Gleise

Kurz nach 18.00 Uhr hatten die Anrainer in Frohnleiten (Bezirk Graz-Umgebung) ein lautes Geräusch gehört: “Es war, als wenn ein Schneepflug vor dem Haus vorbeirumpeln würde”, sagte ein Bewohner zur APA. Kurz darauf waren auch schon die Sirenen zu hören.

800 Tonnen Beton und Material krachen auf Gleise

Das in Bau befindliche zweite Tragwerk der Murbrücke – 300 Meter nördlich des Frohnleitner Bahnhofs – war eingestürzt. Rund 800 Tonnen Beton und Material gingen nieder und begruben mehrere Gleise unter sich. Direkt daneben floss der Autoverkehr auf der danebenstehenden Brücke der S35.

Einsturzursache noch unklar

“Noch ist die Situation etwas unübersichtlich. Wir kennen den genauen Grund noch nicht, aber es dürfte ein Lehrgerüst möglicherweise nachgegeben haben”, erklärte Rainer Kienreich, Geschäftsführer der Asfinag Service Gesellschaft, bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz nahe der Einsturzstelle am Samstagabend. Sowohl die Baufirma als auch die Statiker hätten bereits die Suche nach der Ursache aufgenommen, “aber wir brauchen Tageslicht, um den Schaden zu sehen.” Bauunternehmen werden noch in der Nacht mit den Sicherungsarbeiten anfangen, hieß es. Die eingestürzten Brückenteile sollen vor etwa zehn Tagen betoniert geworden sein.

APA
APA ©APA

Sieben Häuser evakuiert

Aus Sicherheitsgründen mussten sieben Häuser im Umfeld der Brücke evakuiert werden. Ein Kran, der zwischen den beiden Brücken aufgestellt ist, neigte sich durch den Druck der eingestürzten Betonteile gefährlich in Richtung der derzeit mit Gegenverkehr befahrenen Brücke. Die Schnellstraße wurde vorerst in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Außerdem könnte der Kran bei einem Absturz die Häuser treffen. Rund 20 Bewohner mussten in einem Gasthof Unterschlupf finden. Für den früheren Bürgermeister und aktuellen Regierungskommissär von Frohnleiten, Jörg Kurasch, sei der Einsturz “unerfreulich, aber es gibt keinen Personenschaden, das ist das Wichtigste.”

Sperren: Rund 10.000 ÖBB-Fahrgäste täglich betroffen

Die ÖBB haben sich in einem Krisenstab auf massive Behinderungen im Personen- und vor allem Güterverkehr eingestellt. Laut ÖBB-Sprecher Christoph Posch sind am Sonntag rund 5.000 Fahrgäste gezwungen, in den Schienenersatzverkehr umzusteigen. Am Montag werden es rund 10.000 sein, wobei das auch für jeden folgenden Werktag gelten werde.

Im Güterverkehr sind Umwege von mehreren Hundert Kilometern nötig. Die Frage, wann die Strecke wieder freigegeben werden kann, sei derzeit noch nicht oberste Priorität: Erst müsse das Sanierungskonzept – also der Ersatzverkehr – stehen. Noch völlig unklar war am Sonntag, ob der Gleiskörper oder gar der Unterbau beschädigt wurde. Das könne angesichts der rund 800 Tonnen Material, die herabgestürzt waren, nicht ausgeschlossen werden, meinten die Experten.

bruecke23
bruecke23 ©APA

Schienenersatzverkehr

Für den Schienenersatzverkehr seien laut Posch Busse aus der gesamten Steiermark, aus dem Burgenland sowie von Partnerunternehmen organisiert worden: “Wir stehen vor einem großen logistischen Aufwand.” Das größte Problem stelle derzeit noch der Güterverkehr dar. Dieser werde nun über Ungarn und Slowenien geführt. Auch die Kostenfrage sei noch offen.

Bezüglich des am Vorabend kurz vor dem Einsturz durchgefahrenen Zugs wurde Posch konkreter: “Es handelte sich um einen Schnellzug von Salzburg nach Graz, der mit rund 100 km/h unterwegs war.” Wie viele Personen in dem Zug waren, wisse er jedoch nicht. Die Garnitur sei “wenige Minuten vorher” unter der Brücke durchgefahren.

Fahrgäste, die sich über den Schienenersatzverkehr erkundigen wollen, können unter 05-1717 bei der ÖBB eine Auskunft erfragen oder auf oebb.at nachsehen. Außerdem wird an den Monitoren an den Bahnsteigen informiert

Aktuelle Streckeninformationen der ÖBB im Überblick

Bauarbeiten sollten Ende 2015 abgeschlossen sein

Der gesamte Sanierungsabschnitt der S35 ist rund zehn Kilometer lang und beinhaltet das Abtragen und den Neubau der Murbrücke Frohnleiten. Die Bauarbeiten sollten eigentlich Ende 2015 abgeschlossen sein. Um wie viele Wochen oder Monate sich das nun verzögert, ist noch ungewiss. (APA/red)

Fill 1Created with Sketch. zurück zur Startseite
  • VIENNA.AT
  • Steiermark
  • S35: Halb fertige Murbrücke stürzt auf Gleise: Bahnverkehr steht wochenlang
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen