Russische Fans stürmen Hotelbetten in Leogang

Seit die russische Fußball-Nationalmannschaft ihr Quartier während der EURO im Juni 2008 im Pinzgauer Wellnesshotel Krallerhof in Leogang gebucht hat, laufen die Telefone des örtlichen Tourismusverbandes heiß.

“Wir verzeichnen derzeit über 3.000 schriftliche Bettenanfragen von Reiseveranstaltern”, berichtete Geschäftsführer Christian Kresse. Da Leogang zusammen mit Saalfelden aber nur über knapp 3.000 Betten verfügt, müssten Betten in den Nachbarorten “eingekauft” werden. In der Fuschlseeregion (Flachgau), wo das griechische Team nächtigen wird, ist die Nachfrage nach Zimmern weniger groß.

Bis zu 50.000 russische Fans erwarten die EM-Organisatoren im Großraum Salzburg und Tirol. Viele möchten ihren Idolen so nah wie möglich sein, deshalb ist der Ort der Mannschaftsunterkunft heiß begehrt. “Alle wollen nach Leogang”, sagte Kresse. Da aber die Zimmer im Juni auch von herkömmlichen Urlaubern gut belegt seien, ist die Bettenkapazität bereits ausgeschöpft.

Es dürfte sich vorwiegend um betuchte Russen handeln, die nach Leogang kommen: Die Anfragen betreffen laut Kresse fast “ausschließlich Viersterne-Hotels”. Die russische Nationalmannschaft wird von 4. bis 19. Juni im Krallerhof residieren. Am 14. Juni tritt sie im Stadion in Wals-Siezenheim gegen die Griechen an.

 Russlands EM-Quartier in BildernEURO: Russlands EM-Quartier in Leogang

Das Luxushotel Krallerhof hat 60 von insgesamt 125 Zimmern für das russische Team reserviert. Die restlichen Betten bleiben anderen Gästen vorbehalten. Viel Erfahrung mit Russen hat das Hotelpersonal noch nicht. Deshalb wird eine Dolmetscherin engagiert. Sie soll Missverständnisse in der Kommunikation erst gar nicht aufkommen lassen oder rasch beseitigen. “Wir werden uns aber die wichtigsten Wörter wie bitte, danke und höfliche Redewendungen selbst aneignen”, versicherte Reservierungsleiterin Simone Orgler.

Welche besonderen Bedürfnisse die Kicker haben und welche Sicherheitsbedingungen zu erfüllen sind, darüber wird der Krallerhof noch informiert. Ihr Training absolvieren sie auf dem einen Kilometer entfernten Fußballplatz, den die Gemeinde im Frühjahr eröffnen wird.

Mitte Jänner besucht eine Delegation des russischen Fußballverbandes Leogang. “Da werden alle offene Fragen besprochen. In Saalfelden könnte es einen Public-Viewing-Bereich geben”, so Kresse. Er sieht der Europameisterschaft euphorisch entgegen. Über jedes Training im Ort würden bis zu 500 Journalisten berichten. “Das ist eine unbezahlbare Werbung.”

Griechen eher zurückhaltend
Das griechische Nationalteam ist im Hotel Jagdhof in Hof bei Salzburg (Flachgau) untergebracht. Die Griechen spielen am 10., 14. und 18. Juni im rund 25 Kilometer entfernten EM-Stadion um den Sieg. In und um den Ort hält sich die Nachfrage der Fans nach Zimmern noch in Grenzen. “Von tausenden Anfragen sind wir weit entfernt”, schilderte Stefan Strasser, Geschäftsführer der Urlaubsregion Fuschlsee. Etwa die Hälfte der 3.250 Gästebetten sind im Juni noch zu haben. Trainieren werden die Griechen auf der Sportanlage Seekirchen.

Ein Public-Viewing-Bereich ist in Hof nicht vorgesehen. “Wir werden uns aber auf die griechischen Gäste einstellen. Wir sind mitten in den Planungen”, betonte Karin Moder vom örtlichen Tourismusverband. Ein paar Anfragen wegen Privatzimmern sind schon eingelangt.

Ein temporärer Campingplatz wird angeblich nicht errichtet. Ob die Fans auf dem Campingplatz im Nachbarort Fuschl ihre Zelte aufschlagen können, steht noch nicht fest. Der Pachtvertrag mit dem Besitzer, Red Bull, endet mit Ende dieses Jahres.

Zurückhaltend über ihre prominenten Gäste zeigt sich die Hotelleitung des Jagdhofes: “Uns wurde vom griechischen Fußballverband mitgeteilt, dass wir keine Details bekanntgeben dürfen”, sagte Markus Hackl. Die Vergabe von Zimmern an griechische Fans und Journalisten wurde untersagt.

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