Russe Petrenko neuer Generalmusikdirektor in München

Der russische Dirigent Kirill Petrenko wird neuer Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper. Dies hat Bayerns Kunstministerium am Mittwoch in München mitgeteilt. Petrenko wird Nachfolger von Kent Nagano, der das renommierte Opernhaus im Jahr 2013 verlässt. Petrenko wird sein Amt zur Spielzeit 2013/14 übernehmen.
Porträt über Kirill Petrenko

Nagano hatte Anfang Juli seinen Rückzug erklärt. Zuvor hatte Bayerns Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) signalisiert, er wolle den Vertrag mit dem US-Stardirigenten nicht verlängern. Hintergrund dürften Unstimmigkeiten zwischen Nagano und dem Opernintendanten Nikolaus Bachler gewesen sein. Der Generalmusikdirektor und der Opernintendant bilden in München eine Doppelspitze.

Der künftige Generalmusikdirektor Kirill Petrenko gilt mit seinen 38 Jahren als Meister der Präzision und Authentizität. 2007 und 2009 kürte ihn die Zeitschrift “Opernwelt” zum Dirigenten des Jahres. Zum 200. Geburtstag von Richard Wagner gibt er in drei Jahren sein Debüt bei den Bayreuther Festspielen bei der Neuinszenierung des “Ring des Nibelungen”. Mit dem vierteiligen Werk war ihm bereits vor zehn Jahren am Theater Meiningen der internationale Durchbruch gelungen.

Petrenko wurde 1972 im russischen Omsk geboren. Bereits als Elfjähriger debütierte er in seiner Heimatstadt als Pianist. Nach dem Fall des “Eisernen Vorhangs” zog der Sohn eines Geigers 1990 nach Österreich. Nach einer Klavierausbildung am Landeskonservatorium Vorarlberg in Feldkirch studierte Petrenko an der Musikuniversität in Wien. In Feldkirch gab er 1995 sein Debüt als Operndirigent mit Benjamin Brittens “Let’s Make an Opera”.

Nach zwei Jahren als Kapellmeister an der Wiener Volksoper übernahm er 1999 das Amt des Generalmusikdirektors der Staatsoper Meiningen. In gleicher Funktion wirkte er von 2002 bis 2007 an der Komischen Oper in Berlin. Bei seiner zweiten Wahl zum Dirigenten des Jahres schrieb die “Opernwelt”: “Petrenko ist nicht nur ein Pult-Visionär, der bis ins letzte musikalische Detail weiß (und vermitteln kann), was er will, sondern ein konzentrierter, geduldiger Zuhörer, der den Dialog mit “seinen” Solisten und Regisseuren sucht.” Am Theater an der Wien dirigierte er in den vergangenen Jahren u.a. Richard Strauss’ “Intermezzo” und “Katja Kabanova” von Leos Janacek.

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