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Rund 533.000 Menschen sind derzeit ohne Job

Aktuell sind 112.000 Menschen arbeitslos als vor einem Jahr.
Aktuell sind 112.000 Menschen arbeitslos als vor einem Jahr. ©APA/HERBERT NEUBAUER
In Österreich sind derzeit rund 533.000 Menschen auf der Suche nach Arbeit. Das sind rund 112.000 als noch vor einem Jahr.

Derzeit sind 532.751 Personen auf Jobsuche, das sind um rund 112.000 oder 26 Prozent mehr als vor einem Jahr, teilte das Arbeitsministerium am Dienstag mit. Davon waren 469.772 Menschen arbeitslos gemeldet und 62.979 in Schulung. Im Vergleich zum Dezember 2020 bedeutet das ein Plus von rund 12.000 Personen. Ursache für den Anstieg sei neben der üblichen saisonalen Flaute am Arbeitsmarkt der fehlende Saisonstart im Tourismus.

Fast 415.000 Menschen in Kurzarbeit

Zusätzlich sind 414.773 Personen in Kurzarbeit. Bisher wurden 5,6 Mrd. Euro für die Unterstützung der Kurzarbeit ausbezahlt, für die aktuell bis Ende März laufende Phase 3 der Kurzarbeit sind 4 Mrd. Euro bewilligt. Über den weiteren Umgang mit der Kurzarbeit nach Ende März seien "zeitnahe" Gespräche mit den Sozialpartnern vorgesehen. Im Budget für 2021 seien vorerst 5 Mrd. Euro für Kurzarbeit reserviert, das Budget könne bei Bedarf aber noch erhöht werden.

Aus Sicht des Arbeitsministeriums hat die Kurzarbeit bisher über eine Million Jobs gesichert, die Hälfte davon in der Warenerzeugung und im Handel. 94,5 Prozent der Menschen, die im April in Kurzarbeit waren, waren Ende Oktober noch in Beschäftigung.

Gipfel der Arbeitslosigkeit hoffentlich bald erreicht

Der neue Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) rechnet mit einer weiter steigenden Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Arbeitslosen werde wahrscheinlich im Jänner und möglicherweise auch im Februar noch leicht ansteigen, das sei aber auch saisonal bedingt, sagte er Montagvormittag bei einer Pressekonferenz. "Ich hoffe, dass der Gipfel sehr bald erreicht ist." Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit hänge natürlich von der Pandemieentwicklung ab.

Der Fokus liege nun darauf, dass die Impfungen möglichst rasch verabreicht werden, und dass die Infektionszahlen sinken. "Wir können nur abfedern", sagte Kocher. Auch eine allfällige Verlängerung der Kurzarbeit nach dem Auslaufen der derzeitige Regelung Ende März hänge von der Corona-Pandemie ab. Wenn es noch Zeit brauche bis zu einer Durchimpfung, dann spreche das für die Verlängerung der Kurzarbeit.

Neue Homeoffice-Regelung könnte bald kommen

Der neue Minister zeigte sich optimistisch, dass es möglichst bald zu einer Homeoffice-Regelung kommen werde. Die Vorarbeiten dazu seien weit fortgeschritten. Ob die neue Regelung noch im Jänner kommen werde, könne er aber noch nicht sagen. Kocher will jedenfalls diese Woche noch die Vertreter der Sozialpartner treffen, die seit Monaten über eine Homeoffice-Regelung verhandeln. Es gelte aber wegen steuerlicher Fragen auch das Finanzministerium mit einzubeziehen.

Wirtschaftsministerin Schramböck verwies auf die Bemühungen, die österreichischen Unternehmen bei einem Aufschwung nach der Wirtschaftskrise zu unterstützen. Die Investitionsprämie sei sehr gut angenommen worden und die dadurch ausgelösten Investitionen würden die Digitalisierung vorantreiben. Der Lehrlingsbonus könne noch bis Ende März für Lehrlinge aus der überbetrieblichen Lehrausbildung genützt werden.

Kocher und Schramböck appellierten gemeinsam, dass alle die Lockdown-Bestimmungen für Unternehmensschließungen einhalten und nicht brechen oder umgehen sollten. Es gehe dabei um die Verantwortung für sich selbst und für das Leben der anderen, betonte Schramböck. "Schwarze Schafe" gebe es immer, aber man dürfe Bilder von Gedränge am Skilift etc. nicht überinterpretieren und glauben das sei nun die Norm, meinte der bisherige IHS-Chef Kocher, der als Verhaltensökonom geforscht hat. Denn die große Mehrheit halte sich an die Regeln.

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(APA/Red)

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