Rolf Holub konnte Absturz der Grünen in Kärnten nicht verhindern

Rolf Holub zieht mit den Grünen nicht in den Kärntner Landtag ein.
Rolf Holub zieht mit den Grünen nicht in den Kärntner Landtag ein. ©APA
Rolf Holub scheiterete bei seinem vierten Antreten bei der Kärntner Landtagswahl: Die Grünen sind nicht mehr im Landtag vertreten. Die Zukunft seiner Partei ist nach dem Debakel völlig ungewiss.
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Die erste Hochrechnung
Reaktionen zur Wahl
Mit betretenem Schweigen haben die Grünen am Sonntagabend auf die erste Hochrechnung zur Kärntner Landtagswahl reagiert. Spitzenkandidat Rolf Holub wertete das Ergebnis des auf ihn zugeschnittenen Wahlkampfes als “persönliche Niederlage”, man werde gleich am Montag in den zuständigen Gremien beraten, wie es weitergehen soll.

“Es ist momentan keine grüne Zeit”

“Es ist momentan keine grüne Zeit, wir hatten auch sehr viel Gegenwind”, sagte Holub in einer ersten Reaktion. Einerseits habe sich der negative Bundestrend auch in Kärnten fortgesetzt – “aber auch die Sache mit Eva Glawischnig am Freitag war nicht hilfreich”, so der Spitzenkandidat. Hinzu kamen auch einige Eigenfehler, merkte der Spitzenkandidat an.

Über seine persönliche Zukunft wollte Holub am Abend noch nicht viel sagen. Er werde weiterhin ein Mitglied der Grünen sein, “aber das wird wohl eher ehrenamtlich, also mit keinem Job verknüpft sein.” Er werde es bis auf weiteres “ruhiger angehen”.

Schon einmal, im Jahr 2009, war es “arschknapp” gewesen, da übersprangen die Grünen erst mit den Wahlkarten die Fünf-Prozent-Hürde und hielten ihre zwei Mandate. 2013 gab es dann mit rund zwölf Prozent einen großen Erfolg, der Holub in die Regierung brachte. Dort widmete er sich mit Verve seinen Kernthemen, nämlich Umwelt, Energiewende und Mobilität. Aus der Parteipolitik zog er sich teilweise fast völlig zurück, bis im vergangenen Sommer die Erstellung der Kandidatenlisten für Nationalrat und Landtag die Partei in eine tiefe Krise stürzte. Holub spielte Krisenfeuerwehr, bis zum letzten Tag versprühte er Optimismus, versuchte, das Ruder herumzureißen, der Gegenwind war jedoch zu stark.

Routinier Holub konnte Absturz der Grünen nicht verhindern

Rolf Holub wurde am 13. Juni 1956 in Klagenfurt geboren. Parallel zum Gymnasium erlernte er am Konservatorium der Landeshauptstadt den Umgang mit Trompete und Schlagzeug. Nach der Matura und dem Zivildienst begann er ein Medizinstudium, das jedoch bald auf der Strecke blieb. “Ich habe dann doch lieber Musik gemacht.” Denn bereits 1974 gründete er gemeinsam mit Gert Prix und Heinz Köchl die Combo “Three Tight”, die sich bald in ganz Kärnten einen Namen als exzellente Tanzband machte.

In die Politik kam Holub 2002, als er auf der Liste der Grünen für die Kommunalwahl in Klagenfurt kandidierte. Im März 2003 wurde er Gemeinderat, im Mai Landessprecher. Von 2004 bis 2013 war er als Landtagsabgeordneter tätig, wo er mit seinen bissigen Wortspielen immer wieder für Heiterkeit sorgte. Seine beharrliche Aufklärungsarbeit rund um den Hypo-Skandal brachte den Grünen vor fünf Jahren ein zweistelliges Ergebnis und Holub den Landesratssessel.

Als Spitzenkandidat war er innerparteilich unumstritten, nach dem Rücktritt von Landessprecherin Marion Mitsche übernahm er auch wieder die Kommunikation der Partei nach außen. Die Risse waren jedoch nicht mehr zu kitten, das Vertrauen der Wähler konnte nicht mehr zurückgeholt werden. “Dann mache ich halt wieder Musik”, hatte er schon vor dem Wahltag für den Fall erklärt, dass es nicht reichen würde.

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(APA/Red)

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