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Rohregger gewinnt Österreich-Rundfahrt

Der Tiroler Thomas Rohregger hat am Sonntag in Wien die 60. Österreich-Radrundfahrt als Gesamtsieger beendet.  | Steckbrief

Thomas Rohregger hat alles seinem großen Saisonziel untergeordnet und wurde belohnt. Der Tiroler feierte bei der 60. Österreich-Rundfahrt seinen ersten großen Erfolg in einem Etappenrennen. Nach sieben Abschnitten und 1.080 Kilometern hatte der Vorjahrs-Zweite 39 Sekunden Vorsprung auf den Russen Wladimir Gusew (Team Astana) und 1:05 Minuten auf den Ukainer Ruslan Pidgornij. Den Sieg verdankte der starke Bergfahrer vor allem seiner Steigerung im Zeitfahren. Das letzte Teilstück von Podersdorf nach Wien (128 km) wurde eine Beute des belgischen Ex-Weltmeisters Tom Boonen.

Er verspüre Genugtuung, sagte Rohregger, dass er die Rundfahrt so gut absolviert habe. “Was das für mich bedeutet, werde ich aber erst in einigen Tagen realisieren”, sagte der 25-Jährige, der als 19. ÖRV-Fahrer bei der heimischen Tour triumphierte (insgesamt 32 Siege) und für den ersten Heimsieg seit Gerrit Glomser 2003 sorgte. Rohregger wirdmete den Sieg seinem im Dezember 2007 bei einem Autounfall tödlich verunglückten Profikollegen Andreas Matzbacher.

Auf der Schlussetappe gab es noch mehrere Attacken, u.a. von Gusew, doch Rohreggers Elk-Team passte auf. Der Student hatte sich keine Blöße gegeben. Rang zwei am Kitzbühler Horn, Platz drei auf der Glockneretappe nach Prägraten und schließlich am Samstag in Podersdorf Rang vier im Zeitfahren, bei dem er die Spezialisten und vermeintlichen Favoriten Gusew und Pidgornij ausstach und Tages-Vierter wurde, bedeuteten den Gesamtsieg und eine Prämie von rund 16.500 Euro.

“Ich habe mich im Zeitfahren gesteigert und gewusst, das ich gut fahren werde. Dass es aber reicht, um das Gelbe Trikot zu verteidigen, habe ich nicht geglaubt. Daher ist es umso schöner”, betonte der Kramsacher. “Zeitfahren gegen Ende von Rundfahrten liegen mir sehr gut, weil ich gut regeneriere. Das kann man mit normalen Rennen gegen die Uhr nicht vergleichen.” Gusew und Pidgornij vermochten bei sengender Hitze im Seewinkel ihr Potenzial nicht mehr auszuschöpfen. Rohregger profitierte auch von seiner Lockerheit und einem professionelleren Umgang mit der Rolle des Spitzenreiters als im Vorjahr.

Sein großes Karriere-Ziel, einen Top-Ten-Platz in einer dreiwöchigen Landesrundfahrt wie Giro d’Italia und Tour de France, könnte Rohregger vorerst durchaus im Elk-Rennstall anpeilen. Team-Manager Bernhard Rassinger erklärte, in den nächsten Wochen würde Gespräche über ein verstärktes Engagement sowie mit einem möglichen Zweitsponsor geführt. “Wir liebäugeln mit einem Start im Giro im nächsten Jahr, der auch in Österreich Station machen wird”, sagte Rassinger, der nach zwei zweiten Plätzen über den ersten Erfolg seines Rennstalls in der Ö-Tour jubeln durfte.

Der letzte Sieger der 60. Auflage passte perfekt zu bisher bestbesetzten Rundfahrt. Sprintstar Boonen, der am Vorabend in Podersdorf bis Mitternacht mit seinen Kollegen gefeiert hatte, schlug vor dem Rathaus zu. “Es ist immer schön, in einer Großstadt zu gewinnen. Nach London, Paris, Madrid und Brüssel habe ich es auch in Wien geschafft”, meinte der Quick-Step-Profi, dessen Teamkollege, Olympiasieger und Weltmeister Paolo Bettini in Toblach gewonnen hatte.

Boonen war heuer wegen eines Kokain-Vergehens von den Veranstaltern der Tour de France nicht akzeptiert worden, in Österreich durfte er starten und zeigte am Schlusstag vor dem Rathaus seine Klasse. “Ich habe auf den richtigen Moment gewartet”, sagte der 27-Jährige. “Meine Form ist in dieser Woche immer besser geworden, aber dieses Rennen ist wirklich schwer. Manche Etappen sind vergleichbar mit der Tour de France.”

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