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Robolove - Kritik und Trailer zum Film

Dass humanoide Roboter eines Tages das Leben auf Erden zumindest mitprägen, ist für die einen eine Horrorvision, für die anderen die Zukunft. Regisseurin Maria Arlamovsky spürt in "Robolove" beidem nach und zeigt die Komplexität dieses Themas. Der japanische Robotikguru Hiroshi Ishiguro kommt dabei ebenso zu Wort wie die Transhumanistin Natasha Vita More. Eine Bestandsaufnahme, bevor der Unterschied zwischen Mensch und Androide allmählich verschwindet.

Geht es nach den Protagonisten in Maria Arlamovskys Dokumentarfilm "Robolove", dann werden die dem Menschen nachempfundenen Androiden in naher Zukunft unweigerlich zu unserem Alltag gehören. Quasi als physische Weiterführung von interaktiven Systemen wie Google Home, Alexa und Co. Was das konkret bedeutet, das bleibt der Film allerdings schuldig. Wie vieles andere auch. Ab Freitag im Kino.

Robolove - Kurzinhalt zum Film

Es sind großteils behutsame Aufnahmen von Designplätzen, Produktionsstätten und Zukunftskonferenzen, die die Wiener Filmemacherin nutzt, um sich mit ihrem Sujet auseinanderzusetzen. Ganz nah geht sie dabei an die technisch ausgeklügelten Wesen heran, zeigt ihre gummiartige Haut, ihre ziemlich stoisch ins Weite blickenden Augen, das hoch entwickelte Innere mit unzähligen Kabeln, Schaltkreisen und Lichtern. Doch was steckt dahinter, worin liegt die Faszination, und wo schlummern mögliche Gefahren der Roboterliebe?

Der japanische Robotiker Hiroshi Ishiguro kann nur auf die ersten beiden Fragen eine Antwort liefern. Für ihn scheint ganz klar, dass humanoiden Robotern die Zukunft gehört und sie unser Leben bereichern können. Es entwickelt sich zwangsläufig ein Unwohlsein, wenn Ishiguro inmitten von vier Figuren sitzt: Flankiert wird er nicht nur von einem weiblichen und männlichen Roboter, sondern auch einer Nachempfindung seiner vierjährigen Tochter. Ganz am Rand komplettiert das hüllenlose Innenleben eines weiteren Androiden die skurrile Familienaufstellung.

Und die mögliche Angst vor solchen Entwicklungen? Kann etwa die schweizerisch-kanadische Wissenschafterin Nadia Magnenat Thalmann auch auf Nachfrage gar nicht nachvollziehen. Die Kontrolle über Algorithmen und Programme, die die Roboter steuern, liege ja bei bestimmten Konzernen und Entwicklern. Und somit projiziere sich die Furcht wieder auf Menschen, "nicht die Roboter". Die können nichts dafür, zeigt sich Thalmann unbeirrt in ihrem Glauben an die Nützlichkeit und moralische Unanfechtbarkeit der technischen Geschöpfe. Wenige Schritte weiter sprechen indes drei ältere Herren mit einem der Wissenschafterin nachempfundenen Androiden, scherzen, lachen, staunen.

Einen anderen Ansatz verfolgen die Macher von Bina48, einer Mischung aus Chatbot und Roboterbüste. Bruce Duncan und sein Team beschäftigen sich mit dem Thema, ob wir eines Tages unseren Geist in digitaler Form konservieren und dann in eine Maschine transferieren können. Aber auch dieser Wissenschafter macht klar: "Für uns geht es nur darum, diese Frage zu stellen." Mögliche Konsequenzen, die daraus erwachsen? Werden jedenfalls im "Robolove"-Gespräch nicht angeschnitten. Stattdessen ist es eine kindliche Faszination, die alle Experten teilen und letztlich relativ unerwidert äußern dürfen.

Robolove - Die Kritik

Bis zu einem gewissen Grad ist das auch verständlich: Einerseits sind Maschinen ja nichts zwangsläufig mit einem terminatormäßigen Tötungsauftrag ausgestattet, sondern könnten durchaus gesellschaftlich erwünschten Aufgaben in einer zunehmend von Überalterung und Vereinsamung geprägten Welt nachgehen. Ein Umstand, der wohl nicht zuletzt in Japan einen Gutteil des Reizes von (in erster Linie weiblich gestalteten) Robotern erklärt. Andererseits hätte "Robolove" eine kontroversielle Seite inklusive entsprechender Diskussionen und unterschiedlicher Standpunkte vertragen. So aber bleibt der Dokumentarfilm an der Oberfläche, beschränkt sich auf einzelne Schlaglichter und ästhetisch komponierte Szenen. Statt einer konsequenten Narration wird letztlich gerade mal ein Zeh in das weitläufige Themenmeer gestreckt.

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(APA/Red)

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