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Robert Huez ab September neuer Leiter des Literaturhauses

©© Literaturhaus
Der Südtiroler Germanist Robert Huez folgt ab 1. September Heinz Lunzer als Leiter des Literaturhauses in Wien.

Lunzer, seit 1975 in der Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur, begibt sich in den Ruhestand, wie er im Gespräch mit der APA einen Bericht der “Presse” bestätigte. Der Vertrag mit dem bereits im Februar gewählten neuen Leiter sei zwar noch nicht unterschrieben, das sei jedoch “reine Formsache”, so Lunzer. “Es ist nicht mit der Wahl allein getan”, so Lunzer, schließlich müsse ein umfangreicher Vertrag erarbeitet werden. Zudem müsse Huez dem Vorstand vorgestellt werden, der sich das nächste Mal im Juni trifft.

Lunzer freut sich auf “frischen Wind” im Literaturhaus, “meine Zeit war lang genug”. Sein Wunsch für die Zukunft sei vor allem Kontinuität: “Bei einer Institution wie unserer ist Kontinuität am Wichtigsten.” Schließlich handle es sich bei der Dokumentationsstelle um einen Servicebetrieb, der unter den Budgetkürzungen der Schwarz-Blauen Regierung gelitten habe. Der neue Leiter solle nach Möglichkeit “wieder einbringen, was verloren gegangen ist”.

“Fürs erste hat Huez eine gewisse Bewegungsfreiheit, vielleicht ist er geschickter als ich und kann privat Sponsorengelder auftreiben”, so Lunzer. Bereits 1999 war das Budget um neun Prozent gekürzt worden, unter Schwarz-Blau um weitere fünf Prozent, danach wurde gedeckelt. Nur einmal habe es einen leichten Anstieg gegeben, was den Teuerungsfaktor aber nur “kurzfristig ausgeglichen” habe. So musste die Audio- und Videosammlung eingestellt werden, Aktualisierungen blieben seither aus. “Gewisse Einschnitte” habe es auch bei den Aktivitäten in der Handschriften-Sammlung, der Presse-Dokumentation sowie den Veranstaltungen gegeben.

Kulturministerin Claudia Schmied (S) habe die Subventionen vom Bund für die Dokumentationsstelle seit ihrem Antritt jährlich erhöht. Den angesuchten Betrag von 1,35 Millionen Euro habe man bisher allerdings nicht bekommen. Diesen Betrag würde man realistischer Weise brauchen, um den Betrieb wieder voll herzustellen, so Lunzer. Derzeit erhält die Dokumentationsstelle 1,15 Millionen Euro. Die Erhöhung vonseiten der Ministerin um jährlich zehn Prozent sei “ein deutliches Zeichen, dass man verstanden wird”, so Lunzer. “Dass das Ministerium in einem Jahr nicht gutmachen kann, was in sechs Jahren versäumt wurde”, sei verständlich.

Das Literaturhaus in der Seidengasse in Wien-Neubau wurde im September 1991 als Begegnungsstätte, Informationsdrehscheibe und Forschungsstelle eröffnet. Wichtigste hier beheimatete Institution – neben der IG Autorinnen Autoren und der Übersetzer-gemeinschaft – ist die 1965 gegründete Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur, in der Material zur Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts gesammelt wird.

Laut “Die Presse” ist der in Lana in Südtirol aufgewachsene Robert Huez Jahrgang 1965, hat in Innsbruck Germanistik und Geschichte studiert und seine Diplomarbeit über Norbert C. Kaser geschrieben. Bisher habe er im “Verein der Bücherwürmer Lana” gearbeitet.

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