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Robbie: Auch angeschlagen ungeschlagen

&copy EMI Music
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Raketen, Feuersäulen und Rauchschwaden, aus denen Robbie Williams Freitag punkt 21.00 Uhr entstieg, eröffneten sein erstes Gastspiel im Rahmen der Tour „Close Encounters 2006“ im Wiener Ernst-Happel-Stadion.

Doch die Stimme von Europas derzeit größtem Pop-Superstar wollte anfangs nicht recht zünden. Robbie war angeschlagen, wie er selbst erzählte. Außerdem bekamen die Stücke vom lahmen aktuellen Album auch live keinen Biss. Mit seinem Schmäh, Charisma und den alten Hits bewies der Brite dennoch, dass er als Entertainer vorerst ungeschlagen bleibt.

Den Society-Reportern hatte Williams während seines bisherigen Österreich-Aufenthalts wenig zu berichten gegeben. Seine Befindlichkeiten plauderte der 32-Jährige lieber vor rund 50.000 Fans im ausverkauften Prateroval aus: „Ich, Robbie Williams der Popstar, bin heute ALLEINE im Hotel aufgewacht“, raunte er. Er habe sich so mies gefühlt, dass ein Arzt anmarschieren musste, der ihm den Auftritt untersagen wollte. Die Opfer eines „Sex-Gottes“ sind groß: „I took a needle in the arsch today“, ließ Robbie unter Beifall wissen. Und er sah tatsächlich alles andere als fit aus.

Über die Krankheit darf spekuliert werden, dass der Opener „Radio“ keine gute Wahl war, ist Fakt. Der Song schleppte sich dahin und überbeanspruchte Williams Stimmbänder. Die Background-Chöre übertönten die Lead-Stimme, im Gitarrensound ging diese sogar fast unter. Bei „Rock DJ“ und „Tripping“ änderte sich daran noch wenig, erst bei „Sin Sin Sin“, einer der wenigen halbwegs passablen Nummern von der langweiligen Platte „Intensive Care“, steigerten sich Stimmung und Stimme. Spätestens bei „Millennium“ (vom bisher besten Robbie-Werk „I’ve Been Expecting You“) wurde auch Williams-Outsidern klar, warum dieser Mann so gefeiert wird.

Die Bühne mag „mega“ sein und an ein Raumschiff, Las Vegas oder eine Rummelplatz-Attraktion erinnern – es sind die Witzeleien des Stars, die seine Auftritte einzigartig machen. Ob er nun das Publikum pusten lässt („Ich will wissen, ob das einen Effekt hat, wenn 50.000 Menschen gleichzeitig blasen“ – Ergebnis: „Fuckin’ nothing“), sich über eindeutige Liebesangebote auf Transparenten lustig macht („Ihr verdient Euch einen Preis für die geschmacklosesten Plakate“), oder seinen eigenen Status auf die Schaufel nimmt. Auch seine Ex-Band Take That bekommt ihr Fett ab, allerdings gefolgt von einer Darbietung deren Hits „Back For Good“.

Sie kamen dann doch, die Pop-Perlen „Come Undone“, „Feel“, „Pure“ und „Strong“, unterbrochen von einer amüsanten Swing-Einlage, gefolgt von einem furiosen Finish mit „Let Me Entertain You“ und der erwarteten letzten Zugabe „Angels“. Zu dieser Über-Kitschballade passte der Heiratsantrag, den ein Bekannter des Stars seiner Freundin auf der Bühne machte (sie sagte ja). Perfekt inszeniert lief das Programm, routiniert spielte die Band, spontan – auch wenn alles einstudiert sein mag – wirkten Robbies Einlagen. Alles eben so, wie man es bei seinen Tourneen zuvor bereits erlebt hat. Heute, Samstag, beim zweiten ausverkauften Wien-Termin wird’s nicht anders sein.

Ein zweites „Intensive Care“ sollte sich Williams nicht leisten. Schmähs können irgendwann nicht mehr über mangelnde Songqualität hinwegtäuschen. Einen Blick in die Zukunft gab ein neuer Track vom kommenden Dance-Album.

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