RINGSMUTH: Knuspriges Grammelwerk in einer gelungenen runden Hülle...

…zwei Mädchen, die Spaß am Servieren hatten sowie pure Gasthausseligkeit, notierte Max von Merlot!

Versteckt zeigt sich die Johannitergasse hinter den Geleisen und des Südtirolerplatzes, im Schatten der Großstadt, im Arbeiterviertel, fast gräulich, stark trostlos ohne kulinarische Hoffnung. Stimmt nicht, am Eck da gibt’s was ganz feines, ein neues Wirthaus! 
Rene Ringsmuth, so heißt auch das Ecklokal, ein junger Wilder, mit Sicherheit der beste Küchengarer in Favoriten, will es einfach hier wissen: wieviel Geschmack verträgt der Hieb? Verstanden hat er auf Anhieb, dass ein ordentliches Wirthaus im „Hacklerviertel” schon früh aufsperren muss, um die Nahversorgung aufzunehmen. Aber in welcher Qualität! So gibt’s ab Punkt 9.00: Speck mit Ei, Eierspeis mit steirischem Viagra (Kernöl) und einen saftigen bissfeinen Schinken vom Bein mit Kren, aber ganz fein versteht sich. Zweite Vision, das Gabelfrühstück lässt die große Küche, die jungen Ideen von Herr Rene, einen unkomplizierten lustigen Burschen aufzeigen.
Gulasch klein vom Rind, Würstel im Saft sowie die besten Erdäpfel – Grammelknödeln, die ich je in Wien bekommen habe, auf Spitzkrautsalat – jetzt läuft mir schon wieder das Wasser im Mund zusammen – Respekt junger Mann!

Zur Person „R+R”: schon als Kind Lust auf Töpfe, Löffel und Gemüse, besuchte brav die Berufschule und lernte im besten „Eck-Wirtshaus”, im Steirereck das ganz große Auf- und Einkochen, na dann! Bei meinem zweiten Besuch Mitte Feber bestellte ich eine energiegeladene  Erdäpfelsuppe mit einer Mütze Majoran und Speck knusprig herausgebraten.

Zweiter Wirtshausakt: Gulasch vom Rindvieh mit Semmelauflauf und einem eher faden roten Paprika, den nicht wirklich die Meisterhand streifte. Das Gulasch perfekt so wie wir es lieben, der Semnmelauflauf erledigte das Safterl-Aufsaugen perfekt! Was Süßes gab den dritten Takt vor. Herrlich flaumig weich gerollt und gefüllt mit der fruchtigen „Wachau” kam die „Palla” zu zweit mit Marille über den Gaumen. Ja, so wollen wir sie – die Standard-Klassiker wie zu Omas Sonntagstreffen.
Weiters Freude bereitet, hinter dem südlichen Bahnhofsgeflecht Wiens, die flüssige Genussfolgen bei Rene Ringsmut, dem Gastgeber mit Herz zur Wienerküche. So verwöhnen Gewächse aus der Wachau die sortentypisch und mit viel Mineralik sich zeigen: wie Knolls Steinfeder vom „Grünen” zu € 22.00, einen „Gelben”, den Muskateller vom jungen Potzinger aus Ratsch gemeint ist natürlich, so ist er auch ausgebaut, der Muskateller zu trinkfreudigen € 22.00. Denn Trinkspaß bereiten die christlich berechneten Tropfen allemal, wie ein „Roter”, der gereifter Sankt Laurent 06 vom Weingärtner Dopler aus Tattendorf zu € 18.00. Fazit: Verstecktes Wirthaus, wo sich jeder Besuch lohnt, Genussklassiker am laufenden Band, tolle Stimmung und der Service freundlich und mit viel Herz. Respekt nach Favoriten!

 

Der Ringsmuth
Johnannitergassse 1
1100 Wien
Tel 01/6031835
Di-So 9.00-23.00

Text & Fotos: max von merlot

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