Riesenradplatz: Unternehmer klagen über ausständige Zahlungen

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Wieder Aufregung um den Wiener Riesenradplatz: Nach der Zahlungsunfähigkeit des Generalunternehmers "Explore 5D" beklagen die an der Errichtung des neuen Praterentrees beteiligten Unternehmer nun, dass bereits erbrachte Leistungen noch nicht bezahlt worden seien.

Vor allem mit Finalarbeiten betraute Firmen hätten teilweise noch gar kein Geld bekommen, hieß es seitens der Betroffenen in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Wiener Grünen am Donnerstag.

Laut der Unternehmer wurde bisher nur rund die Hälfte des mit 32 Mio. Euro veranschlagten Baubudgets ausbezahlt. “Wir haben auf Anzahlungen verzichtet und lange Zahlungsziele gewährt”, sagte Markus Tripolt, Geschäftsführer der Fassadenmalerei “vol:vox”. Schließlich habe man keinerlei Bedenken gehabt, da ja die Stadt hinter dem Projekt stehe. Diese habe nach anfänglichen Verzögerungen beim Baufortschritt immer wieder Druck auf die ausführenden Unternehmen ausgeübt, ihre Tätigkeit noch vor Beginn der EURO zu beenden.

Seit dem Baustopp im Mai 2008 hätten die sogenannten ausführenden Gewerke jedoch weder von der Politik noch von “Explore 5D” oder dem Leasinggeber Immoconsult Informationen über das weitere Vorgehen erhalten. Ziel sei deshalb die Einberufung eines runden Tisches mit allen Verantwortlichen bis spätestens Ende Juni, um den Sachverhalt zu klären, so Tripolt.

Die rechtliche Konstruktion zur Neugestaltung des Riesenradplatzes ist komplex: Dazu hatte die gemeindeeigene Stadt Wien Marketing und Prater Service GmbH die “Riesenradplatz-Errichtungs GmbH” gegründet. Als Finanzierungspartner wurde die Immoconsult installiert. Diese wiederum hatte “Explore 5D” als General-Bauunternehmer beauftragt, der Subunternehmer mit den eigentlichen Arbeiten betraute. Anfang Juni hatte “Explore 5D” Zahlungsunfähigkeit angemeldet und daraufhin die Eröffnung eines Ausgleichsverfahrens beantragt.

Dabei bot der Generalunternehmer unbesicherten Gläubigern eine Quote von 40 Prozent, zahlbar binnen zwei Jahren, an. “Selbst wenn wir diesen Anteil bekommen, werden einige Firmen den finanziellen Ausfall nicht überleben”, gab sich Tripolt überzeugt. Vor allem jene, die erst gegen Ende des Projekts mit Licht-, Ton- oder Fassadenarbeiten beauftragt wurden, hätten teilweise noch überhaupt kein Geld bekommen. Anderen Unternehmern, die seit der Rohbauphase involviert waren, wurden hingegen schon Teilbeträge ausbezahlt, hieß es.

Unterstützt werden die Betroffenen von den Wiener Grünen. Für Planungssprecherin Sabine Gretner liegt die politische Verantwortung bei Vizebürgermeisterin Grete Laska (S): “Es kann nicht sein, dass die dubiose direkte Vergabe an das offensichtlich nicht befähigte Unternehmen ‘Explore 5D’ die am Bau beteiligten Unternehmen gefährdet”. Weiters forderte Gretner die Offenlegung sämtlicher Verträge zwischen den Tochterunternehmen der Stadt Wien, Immoconsult und “Explore 5D” sowie die Sicherstellung der Stadt, dass die betroffenen Unternehmen für ihre Leistungen entlohnt werden.

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