Riesenradplatz: Fröhliche Kulissenschieberei

Während der Wiener Riesenradplatz mit Musikbeschallung und Video-Installationen attraktiver werden soll, laufen im Hintergrund Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen der Insolvenz des Generalunternehmers "Explore 5D".

Der Wiener Riesenradplatz wird bis zur Saisoneröffnung am 15. März einem Facelift unterzogen. Die Bauten des umstrittenen Praterentrees seien mittlerweile fertig, berichtete Prater-Service-Geschäftsführer Georg Wurz im APA-Gespräch. Allerdings plane man zahlreiche Maßnahmen, um die Anlage bis März noch attraktiver zu gestalten. Unter anderem wird es mittels einer eigenen Tonanlage Musikbeschallung am Platz geben.

Außerdem ist es eine fixe Videobespielung vorgesehen. Dabei sollen Blindfenster in den Bauten mit Videoinstallationen belebt werden, die dahinterliegende Räume suggerieren. Auch eine zentral zu steuernde Lichtanlage ist vorgesehen.

Die Kulisse, die vor das bestehende “Grand Autodrom” gestellt wurde, um das Äußere an die gesamte Anlage anzugleichen, wird verändert. Derzeit seien die Seiten noch zu nackt, so Wurz. Neue Kulissenelemente sollen dazukommen. Spätestens zur Saisoneröffnung werde der Riesenradplatz sich dann in dem Aussehen präsentieren, das man für ihn vorgesehen habe, bevor der Generalunternehmer “Explore 5D” in die Insolvenz geschlittert war.

Das diesbezügliche Ausgleichsverfahren ist mittlerweile übrigens abgeschlossen. “Alle Gelder sind ausgezahlt”, heißt es im Büro von Insolvenzverwalterin Eva Rieß. Man habe dabei die gesetzte Zahlungsfrist mit 10. Jänner eingehalten. Der Ausgleich war am 27. August 2008 mit einer Quote von 40 Prozent für die Gläubiger vereinbart worden.

Die Grüne Planungssprecherin Sabine Gretner ortet dagegen weiterhin Ungereimtheiten im Zuge des Ausgleichs. Demnach hätten einige ursprüngliche Gläubiger “spezielle Regelungen” mit der Überweisung von Geldern aus den USA erhalten, kritisierte sie: “Wie kann ein Unternehmen in Konkurs sein und trotzdem noch über Konten verfügen.” Auch habe Explore-5-D-Geschäftsführer Martin Valtiner an die Öffentlichkeit gehen wollen, habe nach einem Gespräch mit der zuständigen Stadträtin Grete Laska (S) jedoch wieder zurückgezogen. Sie erwarte sich jedenfalls neue Enthüllungen in den kommenden Monaten.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nach einer Sachverhaltsdarstellung der Grünen zur Causa Riesenradplatz im Juli 2008 laufen jedenfalls nach wie vor, hieß es auf APA-Nachfrage. Bis wann diese abgeschlossen werden könnten, lasse sich derzeit nicht sagen, zumal es sich um eine größere Geschichte handle, so eine Sprecherin Staatsanwaltschaft.

Zufrieden mit dem Standort Riesenradplatz zeigen sich indes die Betreiber der Krimiausstellung “CSI: The Experience – Löse selbst den Fall” am Riesenradplatz, die Anfang Dezember für Besucher öffnete. Die Schau, die zumindest bis zum 22. Februar in Wien bleiben soll, könne ob des großen Zuspruchs auch verlängert werden, wobei man noch keine diesbezügliche Entscheidung getroffen habe, heißt es bei den Veranstaltern.

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