Riesenrad feiert 60er-Jubiläum

Rundes Jubiläum für Wiens rundes Wahrzeichen: Vor 60 Jahren nahm das Riesenrad im Prater nach dreijähriger Pause am 25. Mai 1947 wieder seinen Betrieb auf. 1944 hatten die Gondeln gebrannt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 entbrannte dann die Diskussion um einen Abriss des Stahlskeletts. Schließlich wurde das Riesenrad aber doch saniert.

Während des Krieges hatte sich die Praterattraktion bei den nach Ablenkung suchenden Wienern großer Beliebtheit erfreut. Am 16. September 1944 kam dann das vorläufige Aus für das Wahrzeichen: Von einem Feuer auf der benachbarten Hochschaubahn sprangen Funken über und zerstörten die 30 Gondeln.

Der debattierte Abriss des Rumpfskeletts nach dem Krieg wurde wegen hoher Kosten fallen gelassen und der Wiederaufbau beschlossen. Hilfreich war hierbei, dass die Behörden das Riesenrad bereits 1940 unter Denkmalschutz gestellt hatten.

Im kollektiven Einsatz, zu dem viele Künstler der Stadt aufriefen, gelang es trotz Materialknappheit und mangelnden Fachpersonals in relativ kurzer Zeit, das Wiener Wahrzeichen wieder fahrtüchtig zu machen – allerdings nur mit der Hälfte der ursprünglich 30 Gondeln.

Zwar hatte man beim Hersteller die Vorkriegszahl in Auftrag gegeben. Wegen Bedenken der Baupolizei bezüglich der Tragfähigkeit der 430 Tonnen schweren Eisenkonstruktion nach dem Brand konnte man aber nur 15 in Betrieb nehmen – eine Zahl, die bis heute nicht erhöht wurde. Die überschüssigen 15 Waggons wurden als Kioske, Schrebergartenhäuser und Würstelstände verkauft.

Bald noch ein Jubiläum…

Ein weiteres Jubiläum des Baus steht am 3. Juli bevor: Auf den Tag genau vor 110 Jahren ging das Riesenrad erstmals in Betrieb. Praterunternehmer Gabor Steiner hatte 1897 Teile seiner Kulissenlandschaft „Venedig in Wien“ abreißen und durch die neue Attraktion ersetzen lassen.

Dabei waren zahlreiche behördliche und technische Hindernisse zu überwinden, bevor das Rad seine Gondeln mit 2,7 km/h auf 64 Metern Höhe transportieren konnte. Dass das Riesenrad auch international zum Wiener Wahrzeichen wurde, dafür zeichnet nicht zuletzt der Film verantwortlich: Sowohl „Der dritte Mann“ (1948) als auch James Bond in „Der Hauch des Todes“ (1986) nutzten die Konstruktion, um sich in Szene zu setzen.

2002 wurde das Praterbauwerk einer Generalsanierung unterzogen. Ein neuer Eingangsbereich mit Cafe-Restaurant und eigener Ausstellung zur Geschichte Wiens wurden eröffnet. Seit dieser Zeit wird das Riesenrad nachts in goldenes Licht gehüllt.

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