Riesengemälde von Helnwein in Wien

So mancher Autofahrer und Fußgänger an der Wienzeile am Wiener Naschmarkt wird sich in den nächsten Tagen wundern, wenn ein auf dem Kopf stehender Kinderkopf in markanten Blautönen die Blicke auf sich zieht. Video: Mega-Wandgemälde 

Mit einer Kunstaktion will der Klima- und Energiefonds der Republik Österreich auf die Umweltproblematik hinweisen: durch ein Mega-Gemälde des Künstlers Gottfried Helnwein, das am Montag offiziell präsentiert wird.

Das Originalbild wurde vom Künstler eigens für diese Installation geschaffen und wurde von zahlreichen Assistenten in klassischer Maltechnik mit Akryl- und Ölfarben aufgetragen. Statt der geplanten zwei Wochen Arbeitszeit wurde das 300 Quadratmeter große Gemälde in nur fünf Tagen fertiggestellt. Der Klima- und Energiefonds beschreitet mit dieser Aktion erstmals einen ungewöhnlichen Weg, um Menschen für die Problematik zu sensibilisieren. Stolz präsentiert man daher auch Gottfried Helnwein als Aushängeschild.

“Mit dem Thema Klimaschutz beschäftige ich mich schon seit langem”, erklärte der Künstler im Interview. “Daher habe ich spontan Ja gesagt, weil mich großformatige Installationen im öffentlichen Raum immer sehr interessieren.” Nachsatz: “Außerdem habe ich in meiner Heimat Wien schon wirklich sehr viele Jahre nicht mehr gearbeitet.” Helnwein ist als gesellschaftskritischer Künstler durchaus bekannt, sein Engagement für den Umweltschutz jedoch weniger. “Wenn man als aufgeklärter Mensch in Los Angeles lebt, ergibt sich das ganz von allein”, erzählt er. “Downtown ist die Luft so schlecht, dass nach zwei Tagen in meiner Wohnung alles mit einer rußartigen Schicht überzogen ist. Man atmet pures Gift.”

Trotzdem will Helnwein Los Angeles als Zweitwohnsitz neben Irland nicht missen: “Ich bin gern in den USA, weil es ein wunderbarer Studienort ist um zu sehen, wie eine Gesellschaft aus reiner Profitgier zu Grunde geht. Die Interpretation seines Werkes will er lieber anderen überlassen: “Mir geht es um den Dialog, der von der Kunst ausgeht.” Also Provokation als Mittel zur Thematisierung und damit zum Dialog.

Helnwein selbst verzichtete zwar auf ein Honorar für das Bild, erhält aber für die Leitung der Produktion ein Honorar von 30.000 Euro. Die Herstellungskosten belaufen sich laut Angaben des Klima- und Energiefonds auf ungefähr 35.000 Euro. Das Bild selbst ist für die Dauer von sechs Monaten zu sehen, dann muss die Fläche wieder für kommerzielle Werbung frei gemacht werden.

 

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