Revolution und Heimat im Grazer Schauspielhaus 2016/17

Intendantin Iris Laufenberg stellt das Program vor
Intendantin Iris Laufenberg stellt das Program vor
Das Grazer Schauspielhaus spannt in der Saison 2016/17 einen Bogen von den Themen Tradition und Heimat bis zu Revolution und Veränderung. Eröffnet wird am 15.9. mit der Uraufführung "Die Neigung des Peter Rosegger" von Thomas Arzt, als "konzeptionelles Herzstück" bezeichnete Intendantin Iris Laufenberg am Donnerstag die Produktion "Der Auftrag: Dantons Tod" von Heiner Müller und Georg Büchner.


“Für uns war es wichtig, ein klares Profil zu zeigen. Wir haben viel Wert auf zeitgenössische Stücke gelegt und auch viel Anerkennung von außen bekommen, die dann auf das Haus zurückstrahlt”, zog Laufenberg bei der Präsentation des Spielplans über die zu Ende gehende Saison Bilanz. Mit vielen neuen Werken geht es auch im Herbst weiter, gleich zu Beginn beschäftigt sich Thomas Arzt in seinem Rosegger-Stück mit “Erschütterungen im Boden, in Beziehungen und in der Politik”, wie der Autor erklärte. An den Erfolg mit Tankred Dorst “Merlin” wollen Regisseur Jan-Christoph Gockel und Puppenbauer Michael Pietsch mit dem Projekt “Der Auftrag: Dantons Tod” (Premiere: 3.3.2017) anknüpfen, das die beiden Werke um Macht und Ohnmacht von Heiner Müller und Georg Büchner zusammenbringt.

Eine weitere Uraufführung ist am 21.10. “Der Mondmann” nach dem Bilderbuch von Tomi Ungerer, außerdem “Redaktionsschluss!”, ein musikalischer Abend von Sandy Lopicic, der am 12.1.2017 Premiere haben wird. Als Österreichische Erstaufführung steht Milo Raus “Empire” in der Regie des Autors in Koproduktion mit dem “steirischen herbst” ab 14.10. auf dem Spielplan. “Geächtet” von Ayad Akhtar ist “ein Kammerspiel über die attraktive, erfolgreiche Mittelschicht mit Migrationshintergrund”, schilderte Dramaturgin Karla Mäder. Regie führt Volker Hesse. Auf der großen Bühne sind außerdem Gogols “Der Revisor”, Shakespeares Liebestragödie “Romeo und Julia”, Nestroys “Der Talisman” (Ferdinand Schmalz, dessen Stück “Der thermale Widerstand” im Mai 2017 gezeigt wird, schreibt dafür neue Couplets und Lieder) und Daniel Glattauers Beziehungskomödie “Die Wunderübung” mit Johannes Silberschneider zu sehen.

Haus Zwei bringt unter anderem ein Werk der Literatur-Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch. In “Secondhand-Zeit. Leben auf den Trümmern des Sozialismus” geht es um Erinnerungen an die Sowjetunion (Premiere: 1.12.). Eröffnet wird die Spielzeit auf der kleineren Bühne am 22.9. mit der bösen Komödie “Yellow Line” von Julie Zeh und Charlotte Roos. Ein Klassiker, wenn auch im Hörspielbereich, ist Ingrid Bachmanns “Der gute Gott von Manhattan”, den Claudia Bossard auf die Bühne bringen wird. In Haus Drei gibt es unter anderem ein Solo mit Gerhard Balluch, der Thomas Bernhards “Einfach kompliziert” zeigt.

Als neue Spielstätten gibt es wieder einmal die Kasematten auf dem Schlossberg, wo im Sommer “Cyrano de Bergerac” gezeigt wird, außerdem gibt es in Kooperation mit der katholischen und der evangelischen Kirche ein Judas-Projekt, das in 21 Kirchen gezeigt wird.

(S E R V I C E -)

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