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Rettet das Dorf - Kritik und Trailer zum Film

Laut gängiger Klischeebilder bedeutet Dorf das kleine Glück, die Heimeligkeit der funktionierenden Gemeinschaft und das Gasthaus als deren Treffpunkt. Dem entgegen steht die Landflucht, fehlende Jugend und Arbeitsplätze, leere Geschäfte. Die Dokufilmerin Teresa Distelberger hat sich nun aus optimistischer Perspektive der Problematik angenommen und porträtiert Menschen, die mit ihren Ideen Perspektiven und Potenziale des Dorfs im dritten Jahrtausend aufzeigen.

Noch ist nicht alles verloren! So wie im Friaul, wo sich die Natur innerhalb weniger Jahre den von den Menschen aufgegebenen Siedlungsraum wieder zurückholt, muss es in Österreich nicht kommen. Teresa Distelberger zeigt in ihrem Dokumentarfilm "Rettet das Dorf" zwar auch die Konsequenzen des Dorfsterbens, konzentriert sich aber auf Wiederbelebungsinitiativen, die Mut machen. Ab Freitag im Kino.

Rettet das Dorf - Kurzinhalt zum Film

Vor drei Jahren hatte die 1981 geborene und in der niederösterreichischen Kleinstadt Herzogenburg aufgewachsene Filmemacherin in der Doku "Die Zukunft ist besser als ihr Ruf" gemeinsam mit Niko Mayr, Gabi Schweiger und Nicole Scherg sechs Menschen porträtiert, die der allgemeinen Krisenstimmung nicht mit Ohnmacht, sondern mit Tatendrang entgegentreten. Die Stoßrichtung hat sie beibehalten, das Thema jedoch fokussiert: Diesmal geht um die Zukunft des ländlichen Raums.

Niko Mayrs Kamera nähert sich dem Dorfleben immer wieder aus der Vogelperspektive. So häufig sind bei diesen Kameraflügen breite Betonbänder von Straßen und Autobahnen zu sehen, dass man später mit Erleichterung Regionalforscher Michael Beismann dabei zusieht, wie er im komplett von seinen Bewohnern aufgegebenen friulanischen Riulade auf Hausmauern herumklettert, zwischen denen sich Bäume und Sträucher wieder breitgemacht haben. Die Versiegelung des Bodens ist in Österreich ein mindestens ebenso großes Problem wie das Dorfsterben. Und das eine hängt mit dem anderen zusammen.

Die Lebensmittelhändlerin Gudrun Oberkofler aus dem Lungau berichtet, dass sie mit einem Kollegen die Versorgung für eine Region sicherstellt, in der es früher 26 Nahversorger gegeben hat. Neuansiedlungen von Geschäften gibt es fast nur noch auf der sprichwörtlichen grünen Wiese, wo gleich auch ein großer Parkplatz betoniert wird. Nicht so in Stanz im Mürztal. Dort lässt der parteilose Bürgermeister Fritz Pichler im neuen Gemeindezentrum vorsorglich ein neues Geschäft errichten, denn der jetzige Nahversorger geht bald in Pension. Das Ortszentrum soll wieder attraktiver werden. Und im ebenfalls neuen Gemeinderatssitzungssaal lässt man die Parteipolitik am liebsten ganz draußen.

Rettet das Dorf - Die Kritik

"Rettet das Dorf" ist eine konventionell gemachte Doku, die sich auch im Fernsehen gut machen wird. Sie widmet sich deutlich lieber den Erfolgen als den Schwierigkeiten. Deswegen darf die Dorfaktivistin und "Wohnwagon"-Mitgründerin Theresa Steininger, die sich mit Firma und Mitarbeitern im niederösterreichischen Gutenstein niedergelassen hat, viel Optimismus verbreiten, sieht man dem Tiroler Jungunternehmer Christian Wolf beim Herstellen von schicken Holzbrillen (die wieder überwiegend in der Stadt verkauft werden) und dem Neo-Bergbauern Kaspar Nickel, seiner Frau und seinen Kindern beim Heuen über die Schulter. Diese Arbeit sei zwar anstrengend, mache aber glücklich, lautet sein Resümee.

Was braucht ein Dorf? Wirtshaus, Lebensmittelgeschäft, Schule, Kirche und Arzt. Eine burgenländische Landschule mit weniger als zehn Kindern wird im Film ebenso besucht wie eine Landärztin, die im Waldviertel täglich unzählige Kilometer zurücklegt, um ihre Patienten persönlich zu betreuen. Und statt den Gottesmann (viele Landpfarren sind heute vakant) lässt Distelberger einen EU-Beamten zu Wort kommen. Peter Kaltenegger ist Wochenendpendler und bricht jeden Montag mitten in der Nacht im Murtal auf, um rechtzeitig seinen Schreibtisch in der EU-Generaldirektion Landwirtschaft in Brüssel zu erreichen. Der Verlust der Vitalität im ländlichen Raum sei ein europaweites Phänomen, sagt er. Und: "Oft glaubt man, es müssen alle zusammenarbeiten. Das stimmt gar nicht. Es braucht zwei, drei Menschen, die bereit sind, mehr zu geben, als was sie geben müssten. Die wirklich brennen für eine Sache." Nach diesem Film sind es vielleicht zwei, drei mehr.

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(APA/Red)

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