Wiener Votivkirchenmuseum wird wiederbelebt - Restaurierung durch die Angewandte

Der Antwerpener Altar wird restauriert
Der Antwerpener Altar wird restauriert ©IKR Ines Schlömicher
Die Wiener Votivkirche plant eine Neuaufstellung ihres Museums. Das Konzept dafür sowie die Restaurierung der Objekte kommen von der Universität für angewandte Kunst Wien.
Eindrücke aus dem Votivkirchenmuseum

Das Institut für Konservierung und Restaurierung der Universität für angewandte Kunst Wien unter Leitung von Univ.-Prof. Mag. Dr. Gabriela Krist sorgt derzeit für die Wiederbelebung des Votivkirchenmuseums.

Antwerpener Altar wird konserviert und restauriert

Studierende restaurieren und reinigen die Museumsobjekte sowie den bekannten Antwerpener Altar. Das Institut sorgt auch für ein neues Ausstellungskonzept. Die Wiedereröffnung ist für die zweite Hälfte 2021 geplant. Pfarrer Joe Farrugia bittet um Spenden für das neue Museum.

Das Votivkirchenmuseum befindet sich im ehemaligen Kaiseroratorium der Votivkirche –einem beeindruckenden Raum hinter dem Hochaltar, der für Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth geplant worden war. Während der aktuellen Renovierung der Kirchewurden auch die Räume des Votivkirchenmuseums erneuert. Der Museumsbetrieb war daher eingestellt. Die Votivkirche nützt diese Pause für eine Neuaufstellung des Museums. Es soll mit zeitgemäßemAusstellungskonzept ab der zweiten Hälfte2021 wieder die Schätze der Kirche beherbergen und die Ausstattung und Ausgestaltung der Votivkirche dokumentieren.

KirchenbesucherInnen en miniature

DieBandbreite der Objekte im Museum reicht von wertvollen liturgischen Geräten bis hin zu den originalen Entwurfszeichnungen für die im Zweiten Weltkrieg zerstörten Glasmalereien und einem Kirchenmodell von Heinrich von Ferstel, das sogar die Bankreihen im Inneren und die KirchenbesucherInnen en miniature zeigt.

Entstehung: Attentat als Ausgangspunkt für Bau der Votivkirche

Darüber hinaus erzählt die Sammlung die besondere Entstehungsgeschichte der Kirche, die mit dem misslungenen Attentat auf Franz Joseph I am 18. Februar 1853 begann. In der Folge rief sein Bruder Ferdinand Max zu Spenden auf, um die Votivkirche als Gedächtniskirche zu erbauen. So finden sich auf Fahnen, Leuchtern oder Monstranzen Inschriften, die auf die StifterInnen hinweisen etwa: „Gewidmet von den Frauen des IX. Bezirks“.

Erbaut wurde die Kirche, einer der herausragenden historistischen Ringstraßenbauten, 1856-1879 nach den Plänen von Heinrich Ferstel.

Überraschender Ausblick ins Kirchenschiff der Votivkirche

Durch die Wirkung des rund 170m2 großen, hinter dem Altar gelegenen Museumsraumes, der überraschende und eindrucksvolle Ausblicke in das Kirchenschiff gewährt, wird die Votivkirche als hochqualitatives historistisches Gesamtkunstwerk des 19. Jahrhunderts erlebbar. Architektonische Hülle und ausgestellte Sammlungsstücke entsprechen bis ins Detail dem Formen- und Farbenkanon und den gestalterischen Ideen des Historismus.

Historismus trifft Spätgotik in der Wiener Votivkirche

Dieser Welt des Historismus in ihrer schönsten Form wird im Museum künftig das älteste Stück der Ausstellung gegenübergestellt. Es handelt sich um den sogenannten Antwerpener Altar, entstanden zwischen 1450 und1475. Der Künstler ist unbekannt.

Er ist ein Musterexemplar der reich gestalteten Antwerpener Schnitzaltäre und eines der wenigen noch erhaltenen Objekte dieser Art. Ursprünglich war er von Kaiser Franz Joseph für die Ambraser Kunst-und Wunderkammer angeschafft worden, gelangte aber dannauf Bitten des Wiener Erzbischofs in die Votivkirche.

Angewandte steht hinter Restaurierung und neuem Museumskonzept

Um dieses außergewöhnliche Objekt zu erhalten und der Sammlung des Museums wieder einen geeigneten Rahmen zu bieten, ging Pfarrer Joe Farrugia 2020 eine Kooperation mit dem Institut für Konservierung und Restaurierung der Universität für angewandte Kunst Wien ein. Der Altar wird aktuell im Rahmen einer konservierungswissenschaftlichen Diplomarbeit am Institut für Konservierung der Angewandten untersucht, behandelt und für die Neuaufstellung vorbereitet. Der Antwerpener Altar befindet sich im Allgemeinen in einem stabilen Zustand. Erforderlich sind seine fachgerechte Reinigung und partielle Sicherungsmaßnahmen. Außerdem wird die Aufstellung verbessert und der Unterbau erneuert.

Auch an den weiteren Ausstellungsstücken führen die RestaurierungsexpertInnen der Wiener Angewandten Konservierungs-und Pflegemaßnahmen durch. Des Weiteren entwickelt sie Konzepte für die Verbesserung des Raumklimas und erforschen die kunsthistorischen Zusammenhänge der Objekte. Im Sommersemester 2021 werden Studierende der Fachbereiche Stein und Objekt des Instituts am Museum und seinen Stücken arbeiten. Das Ziel ist es, mit der Neuaufstellung wieder einzigartige Einblicke und Ausblicke in die Votivkirche und ihre Schätze zu ermöglichen. Eine Eröffnung ist für Herbst2021 geplant.

Pfarrer Joe Farrugia bittet um Spenden für die Votivkirche

Für die Einrichtung des Museums bittet Pfarrer Joe Farrugia alle, die dieses Projekt unterstützten wollen, um Spenden an:

Votivkirche zum Göttlichen Heiland
Bank Austria: IBAN: AT67 1100 0032 2014 1000 (BIC: BKAUATWW), Stichwort:Museum

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