Remis zum Trapattoni-Abschied

Red Bull Salzburg hat Trainer Giovanni Trapattoni zum Abschied aus der Fußball-Bundesliga keinen Sieg geschenkt.

Der Ex-Meister erreichte am Samstag in der abschließenden 36. Runde bei SCR Altach lediglich ein 1:1 (1:0)-Remis. Neben Trapattoni war auch Altach-Mittelfeldspieler Roland Kirchler kein gänzlich geglückter Abschied vergönnt. Der 37-jährige Tiroler beendete seine Karriere in der höchsten Spielklasse nach 490 Einsätzen ohne Jubiläumstreffer mit 99 Toren.

Nach einer über weiter Strecken ausgeglichenen Partie traf Johan Vonlanthen (44.) zur Führung. Altach-Stürmer Jonathan Jaqua (69.) besorgte nach der Pause den Ausgleich. Salzburg hat nach 36. Runden als Zweiter schlussendlich sechs Punkte Rückstand auf Meister Rapid (1:0 in Ried). Altach beendete die zweite Erstligasaison als Achter.

Die Altacher, die gegen die Salzburger auch im achten Bundesliga-Duell ohne Sieg blieben, kamen in der 8. Minute zur ersten Großchance. Oliver Mattle vergab diese jedoch alleine auf Ochs zulaufend. Die Gäste kamen langsamer in Schwung. Nach einer knappen Viertelstunde hätte es Teamstürmer Marc Janko auf eigene Faust versuchen sollen, der Stürmer legte stattdessen im Strafraum auf den mitgelaufenen Niko Kovac auf, dessen Versuch von Stephan Kling in höchster Not zur Ecke geklärt wurde. Zehn Minuten später hatte Mattle erneut die Führung am Fuß, der Vorarlberger traf jedoch aus wenigen Metern nach einem Stanglpass von Sturmkollegen Jaqua nicht ins verwaiste Tor.

Angetrieben von Routinier Kirchler hielten die Vorarlberger das Spiel weiter offen, in Führung gingen aber kurz vor der Pause die Salzburger. Der Schweizer Vonlanthen (44.), der im Frühjahr erstmals von Beginn an aufgeboten wurde, zog aus halbrechter Position aus 20 Metern ab und bezwang Altach-Goalie Michl mit einem platzierten Schuss. Zuvor hatten Karsten Hutwelker (25.) und Torschützenkönig Alexander Zickler (36.) aufseiten der Gäste gute Einschussmöglichkeiten vergeben.

Zickler war es auch, der im zweiten Durchgang die ersten Höhepunkt setzte. Der Deutsche scheiterte vier Minuten nach Wiederbeginn aus spitzem Winkel im Strafraum mit einem scharfen Schuss genauso wie eine Minute später nach einer ähnlichen Aktion an Michl. Die Altacher waren nach der Pause offensiv nicht mehr ebenbürtig. Das vermeintliche 2:0 für die Salzburger erkannte Schiedsrichter Lechner in der 54. Minute wegen angeblicher Abseitsstellung von Aufhauser nicht an. Den zu diesem Zeitpunkt schmeichelhaften Ausgleich besorgte dann der US-Amerikaner Jaqua (69.) nach einer Hutwelker-Ecke per Kopf.

In der Schlussphase hatte Mattle (85.) per Kopf und der eingewechselte Chinchilla (89.) noch Chancen auf den Siegestreffer, Salzburg haderte nach einem weiteren Abseits-Tor, diesmal durch Zickler (86.), ein weiteres Mal mit einem Pfiff von Schiedsrichter Lechner.

Meinungen

Roland Kirchler (Altach-Spieler, nach letztem Erstliga-Match): “Sentimental bin ich geworden, als die 90 auf der Anzeigetafel aufgeleuchtet ist, da habe ich realisiert, dass es vorbei ist mit Profi-Fußball. Natürlich wollte ich das 100. Tor schießen, es wäre schön gewesen mit Krankl, Polster oder Vastic im 100er-Club zu sein. Jaqua war sehr wichtig für uns, die ganze Mannschaft hat sich im Frühjahr gesteigert.”

Heinz Fuchsbichler (Altach-Trainer): “Es war ganz wichtig, sich mit einem positivem Erlebnis in die Pause zu verabschieden.”

Johan Vonlanthen (Salzburg-Torschütze) : “Nach diesem Jahr, das sehr hart für mich war, war das Tor ein schöner Abschluss. Ich hoffe für die EURO auf einen Stammplatz in Nationalteam. Ich freue mich sehr auf die Europameisterschaft.”

Salzburg-Trainer Giovanni Trapattoni gab keine Stellungnahme ab.

Michael Streiter (Salzburg Co-Trainer): “Aus der Zusammenarbeit mit Trapattoni habe ich vor allem gelernt, dass er die Spieler immer mit Respekt behandelt hat, sich immer vor die Mannschaft gestellt hat.”

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