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Reduzierte Mobilität: Kaum Unterschiede zwischen den Bundesländern

Die Coronakrise hat einen Rückgang bei der Mobilität mit sich gebracht.
Die Coronakrise hat einen Rückgang bei der Mobilität mit sich gebracht. ©pixabay.com (Sujet)
Die Mobilität ist aufgrund der Coronakrise merklich zurückgegangen. Zwischen den Bundesländern gibt es jedoch kaum Unterschiede.

Immer noch eine merkliche Gesamtreduktion in der Mobilität der Österreicher zwischen 25 und 30 Prozent zum Vorkrisenniveau, allerdings bei deutlich zunehmender Tendenz, zeigen Auswertungen des Telekomunternehmens A1 und der Firma Invenium. Im Bundeslandvergleich ergibt sich in den Mobilfunk-Bewegungsdaten kein Unterschied zwischen dem Osten und Westen des Landes, so die Experten. Beim Reizthema "Skigebiete" sprechen die Zahlen eine andere Sprache als so mancher Schnappschuss.

Menschen werden im Verlauf der Wochen mobiler

Die anonymisierten Analysen über die durchschnittlich in Österreich zurückgelegten Wege werden von Invenium, einem Spin-off der Technischen Universität (TU) Graz, auf Basis von Information darüber erstellt, welche Mobiltelefone sich über die SIM-Karte über den Tag verteilt an welchen Handymasten einwählen. Insgesamt wiederhole sich auch im Jänner ein bekanntes Muster: Auf eine Ankündigung eines harten Covid-19-Lockdowns folgt eine gewisse Reduktion des Anteils jener Leute, die einen Bewegungsradius von mehr als einem Kilometer am Tag haben. Im Verlauf der Wochen mit Einschränkungen wird die Bevölkerung dann wieder etwas mobiler.

Im langjährigen Schnitt - oder im "Old Normal"-Modus - sind in etwa 73 Prozent derart mobil. Dieser Wert sank zu Beginn des ersten Lockdown Mitte März auf rund 45 Prozent und weniger. Die dann schrittweise Re-Mobilisierung fand im Sommer ihren Höhepunkt und reichte knapp an den Vorkrisen-Normalwert heran. Während die "soften" Lockdowns im November und Dezember im Schnitt wenig Reduktionen brachten, sank der Anteil der Menschen mit einem Bewegungsradius von über einem Kilometer in den "harten" Lockdowns auf jeweils durchschnittlich knapp unter 60 Prozent. "Verglichen zum ersten Lockdown hat das viel weniger Reduktion gebracht", so Mario Mayerthaler von A1 im Gespräch mit der APA.

Merkliche Zuwächse im Jänner

In den ersten beiden Jänner-Wochen nach den Weihnachtsferien gab es dann auch wieder merkliche Zuwächse. Die Appelle und leichten Maßnahmenverschärfungen zu Beginn dieser Woche brachten wiederum ein leichtes Absinken um die zwei bis drei Prozent, so Michael Cik von Invenium. Derartige kleine Prozentverschiebungen klängen zwar nach nicht viel, machen auf die Gesamtbevölkerung gerechnet aber durchaus etwas aus.

Sehe man sich auch Auswertungen zu den Bewegungsmustern in den größten Ballungsräumen Österreichs oder die Nutzung von Verkehrsmitteln an, ordnet der Verkehrswissenschafter Cik die Mobilitätsreduktion bei 25 bis 30 Prozent ein: "Für mich ist auch die Frage, ob wir im heurigen Jahr überhaupt auf das übliche Niveau kommen."

Kaum Unterschiede zwischen den Bundesländern

Entgegen Daten, die in den vergangenen Tagen in Medienberichten auftauchten, sehe man in den hier analysierten Mobilfunk-Bewegungsdaten kaum Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Die Anteile an mobileren Menschen bewegten sich von Anfang 2020 bis jetzt erstaunlich gleichmäßig. Einziger Ausreißer ist Wien, wo zum Tragen komme, dass im einzigen auf Länderebene abgegrenzten Ballungsraum sich so und so mehr Wege im Ein-Kilometer-Radius abspielen und das Ausgangsniveau der vermeintlichen Zuhausebleiber höher ist. "Die Verteilung der Einbrüche und Anstiege etwa im zweiten und dritten Lockdown ist über alle Bundesländer aber komplett ähnlich", erklärte Cik: "Die Lockdowns wirken von Westen nach Osten überall gleich."

Sehe man sich etwa die viel diskutierten Skigebiete an, gibt es natürlich an einzelnen Tagen etwa in Hauptstadt-Nähe vermehrtes Personenaufkommen, sagte Mayerthaler. Insgesamt zeigen die Daten aber vor allem in den Skigebieten Richtung Westen des Landes nur 15 bis 20 Prozent des sonst üblichen Andranges. "Dort sind im Gegensatz zum letzten Jahr eigentlich kaum Menschen", so Cik. So habe beispielsweise Schladming an einem "normalen" Samstag rund 30.000 Gäste, aktuell seien dies um die 3.000 bis 4.000. Insgesamt sehe man einzelne Bereiche in Österreich, wo verstärkt Freizeitaktivitäten stattfinden. "Die Summe der Menschen ist aber trotzdem überschaubar", sagte Cik.

Lockdowns wirken nicht wie beim ersten Mal

In den Innenstädten Wiens oder Innsbrucks ist das Personenaufkommen aktuell im Vergleich zum Jänner 2020 um rund 55 bis nahezu 70 Prozent reduziert, in Einkaufsmeilen um bis zu 80 Prozent. Geschlossene Gastronomie oder Geschäfte hin oder her - an die leer gefegten Stadtbilder vom März reicht die momentane Situation klarerweise nicht heran. "Die Lockdowns wirken schon, nur natürlich nicht so wie beim ersten Mal", so die Experten.

Die eigentlich für kommerzielle Bereiche wie Tourismus, den Handel, Stadtentwicklung oder Verkehrsplanung gedachten Auswertungen lieferten die Firmen seit Beginn der Krise an Behörden und nun auf Wochenbasis an die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG).

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(APA/Red)

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