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Rauchverbot in der Gastro tritt am 1. November in Kraft

Am 1. November 2019 tritt das absolute Rauchverbot in Kraft.
Am 1. November 2019 tritt das absolute Rauchverbot in Kraft. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Am 1. November tritt in Österreich das absolute Rauchverbot in der Gastronomie in Kraft.
Gastro-Rauchverbot fix
Vorbereitungen laufen in Wien auf Hochtouren

Ursprünglich von der rot-schwarzen Koalition beschlossen, wurde es von der türkis-blauen Regierung wieder gekippt, um nach Volksbegehren und der Ibiza-Affäre vom Parlament im Spiel der freien Kräfte gegen die FPÖ-Stimmen doch beschlossen zu werden.

"Nachtgastronomie" und Shisha-Bars fordern Prüfung

Ein letztes Wort werden noch die Verfassungsrichter zu sprechen haben. Diese wurden sowohl von der "Nachtgastronomie" als auch den Shisha Bar-Betreibern angerufen. Erstere befürchten Schwierigkeiten mit lärm- und geruchsempfindlichen Anrainern, falls ihre Gäste nachts vor die Lokale strömen, um dort ihre Zigaretten zu rauchen. Die Vereinigung der Shisha-Bar Betreiber Österreich (VSBÖ), deren Existenz bedroht ist, fordern mit dem Argument eine Ausnahme, dass niemand zu einem anderen Zweck zu ihnen kommt, als eine Wasserpfeife zu rauchen.

Experten gegen Ausnahmeregelungen

Experten wie der Grazer Sozialmediziner Florian Stigler pochen hingegen auf ein Gastro-Rauchverbot ohne Ausnahmen. Ausnahmen für Nachtlokale würden wieder zu den altbekannten Problemen führen, dass Gäste und Mitarbeiter durch Passivrauch geschädigt werden. Bei Ausnahmen für Shishas gäbe es noch zusätzliche Schwierigkeiten. Diese werden im mediterranen Bereich überwiegend im Außenbereich konsumiert, da sie auch lungengängigen Feinstaub und Kohlenmonoxid erzeugen, was oftmals zu Vergiftungen führe. Shishas, unter Gruppenzwang konsumiert, sei zudem für viele Jugendliche der Einstieg in die Nikotinsucht.

Rauchen verursacht 2,4 Milliarden Euro Schaden jährlich

Ein Team des Instituts für Höhere Studien (IHS) hat 2018 den volkswirtschaftlichen Schaden durch das Rauchen auf rund 2,4 Milliarden Euro jährlich (IHS 2018) berechnet. Bedeutend erscheint auch eine Modellrechnung steirischer Experten bezüglich der Auswirkungen auf die Gesundheit der Österreicher. Das Gastro-Rauchverbot würde schon innerhalb einer Woche 623 Spitalsaufenthalte weniger bedeuten. Die Fachleute hatten die Erfahrungen anderer Staaten auf Österreich umgelegt. "Internationale Studien zeigten, dass eine rauchfreie Gastronomie Herzinfarkte um durchschnittlich 15 Prozent, Schlaganfälle um 16 Prozent und Lungenentzündungen um 24 Prozent reduzierte", sagte Stigler.

Pro Jahr würden bei Erwachsenen 7.777 stationäre Aufnahmen durch Lungenentzündungen, 5.707 infolge von anderen ischämischen Herzerkrankungen (weiters 3.924 wegen Angina pectoris und 2.701 nach Herzinfarkten) innerhalb eines Jahres vermieden werden. Dazu kämen noch 4.285 Spitalsaufnahmen nach Schlaganfällen, 5.625 wegen chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), 506 durch Asthma und 48 wegen eines Spontan-Pneumothorax. Insgesamt kommen die Experten auf bei Erwachsenen pro Jahr 30.573 vermeidbare Spitalsaufenthalte. Sie hatten weiters hochgerechnet, dass ein Rauch-Bann in der Gastronomie pro Jahr in Österreich rund 1.500 Spitalsaufenthalte in der Altersgruppe bis 14 Jahren verhindern würde.

FPÖ befürchtet Wirtshaussterben

Die Erfahrung wird zeigen, ob das von der FPÖ und der Gastronomie befürchtete Wirtshaussterben tatsächlich eintreten wird. Sicher zu den Verlierern werden die Trafikanten zählen: "Jede Zigarette, die nicht geraucht wird, wird uns Umsatz kosten", sagte deren Obmann Josef Prirschl im Vorfeld zur APA. Seiner Schätzung nach werde dieser um drei bis fünf Prozent schrumpfen. "Wie oft gehen die Menschen wirklich vors Lokal, um zu rauchen? Dadurch wird sicher weniger geraucht." Viele Trafiken seien am Limit, nach seinen Worten sei ein Drittel in ihrer Existenz gefährdet.

(APA/Red)

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