Rapid trennt noch ein Sieg vom 32. Titel

Alles andere als ein voller Erfolg der Hütteldorfer im mit 18.400 Zuschauern ausverkauften Hanappi-Stadion wäre auch eine große Überraschung.

Die Wiener feierten zuletzt fünf Siege in Serie (Torverhältnis: 17:3), vor eigenem Publikum waren es gar sechs. Demgegenüber sind die noch immer abstiegsgefährdeten Vorarlberger auswärts bereits neun Runden sieglos (5 Remis, 4 Niederlagen).

Trotz des Vier-Punkte-Vorsprungs auf Noch-Meister Red Bull Salzburg (zeitgleich gegen Austria) nach 34 Runden nimmt im Rapid-Lager noch niemand das Wort Titel in den Mund. “Wir wollen erst die Beute erlegen und dann verteilen”, betonte Rapid-Coach Peter Pacult. Und Kapitän Steffen Hofmann fügte hinzu: “Alle reden davon, aber wir konzentrieren uns auf das Spiel und haben nur die drei Punkte im Kopf. Es wäre aber gelogen zu sagen, dass wir nicht wissen, was am Sonntag passieren kann.”

Mit Altach treffen die Hütteldorfer, die ihre letzte Heimniederlage am 1. Dezember 2007 (1:3 gegen Salzburg) kassiert haben, aber auf einen gefährlichen Gegner, immerhin haben die Vorarlberger zwei der bisherigen drei direkten Saisonduelle, darunter auch das erste Aufeinandertreffen in Wien (2:0 durch einen Carreno-Doppelpack), für sich entschieden. “Im Hinspiel hätte es schon in der ersten Hälfte 4 oder 5:0 stehen müssen, das war ein Tag, wo nichts hineingegangen ist und auswärts waren wir zu passiv”, erinnerte sich Pacult.

Der Erfolgscoach, der der Mannschaft am Donnerstag trainingsfrei gab, hat jedenfalls ein passendes Rezept parat: “Wir wollen von Anfang an Druck machen, ein Zeichen setzen. Ich bin überzeugt, dass wir Torchancen bekommen, aber wir müssen geduldig sein.” Geduldig und erfolgreich waren die Hütteldorfer auch beim 2:1-Heimerfolg, den Erwin Hoffer erst in der 86. Minute sichergestellt hatte, in der Vorwoche gegen Austria Kärnten.

Mit dem Gegner, dem u.a. mit Carreno und Orman zwei wichtige gesperrte Defensivstützen fehlen, beschäftigen sich die Hütteldorfer kaum. “Es geht nicht um Altach, sondern um unsere Leistung. Sie werden uns das Leben nicht leicht machen, aber mit unseren tollen Fans im Rücken und dem großen Ziel vor Augen sollten wir die drei Punkte einfahren”, sagte Pacult, der in seiner Trainerlaufbahn bereits einen Meistertitel (1860-München-Amateure) feiern durfte.

Für die Vorarlberger geht es darum sich der letzten Abstiegssorgen zu entledigen, wofür schon ein Punkt in den beiden ausstehenden Spielen reichen würde. “Wir wollen natürlich einen Punkt mitnehmen, denn so lange der Abstieg theoretisch möglich ist, hat man immer ein flaues Gefühl”, meinte Altach-Coach Heinz Fuchsbichler.

Tatsächlich müssten die Altacher bei Niederlagen gegen Rapid und Salzburg und einem gleichzeitigen “Doppel-Erfolg” von Schlusslicht FC Wacker Innsbruck (gegen Mattersburg, bei Austria) sowie vier (eventuell auch drei) Punkten von Austria Kärnten (gegen Ried, bei Sturm Graz) in die Red Zac Erste Liga absteigen. “Ich glaube, dass Innsbruck und Kärnten in dieser Runde gewinnen, daher könnte es nochmals ganz eng werden”, ist sich Fuchsbichler bewusst.

In Wien haben Roland Kirchler und Co. allerdings wenig zu verlieren. “Rapid ist so oder so schon Meister, sie haben das auch verdient, denn sie spielen im Moment den besten Fußball”, wies der Altach-Sportdirektor und -Trainer in Personalunion hin. Seine Elf, die wohl mit der Doppelspitze Jaqua/Leonardo agieren wird, werde sich aber nicht von Beginn an geschlagen geben. “Für die Rapid-Spieler ist die Ausgangsposition nicht einfach, wir werden sicher kein Jausengegner sein und etwas riskieren. Einigeln ist nicht meine Philosophie.”

Für beide Teams ist es auch ein brisantes Wiedersehen. Das direkte Duell in Altach (25. Runde/2:1) war erst nach dem Gang der Vorarlberger vor das Protestkomitee endgültig mit 2:1 beglaubigt worden. Die Wiener hatten damals, da Goalie Helge Payer beim Strafstoß von Kirchler noch nicht bereit gewesen sein soll, auf eine Neuaustragung plädiert und damit auch in erster Instanz recht bekommen. “Was da passiert ist, ist längst vergessen”, versicherte Hofmann, der einen Wunsch der Mannschaft an die Fans äußerte: “Es ist unser Wunsch, dass nach dem Spiel alle Fans auf ihren Plätzen bleiben, denn wir wollen uns von allen vier Tribünen verabschieden.” Im Vorspiel treffen bereits ab 13.50 Uhr Rapid-Legenden auf Vienna Oldies, Einlass ins Stadion ist ab 13.30 Uhr.

SK Rapid Wien – Cashpoint SCR Altach
Gerhard Hanappi Stadion, 15.30 Uhr SR Carlo Bertolini/SUI
Bisherige Saisonergebnisse: 1:0 (auswärts), 0:2 (heim), 1:2 (a)

Rapid: Payer – Dober, Heikkinen, Patocka, Thonhofer/Katzer – Hofmann, St. Kulovits, Boskovic, Korkmaz – Hoffer, Bazina/Maierhofer Ersatz: Hedl – Palla, Harding, Sara, Kavlak, Fabiano
Es fehlen: Eder (Seitenbandriss im Knie), Tokic (Bandscheibenprobleme)

Altach: Michl – Schmid, Gramann, Chinchilla, Kling – Hutwelker, Guem, Pamminger, Kirchler – Jaqua, Leonardo/Mattle Ersatz: Bischof – Pfister, Baldauf, Bolter, Mayer, Atav
Es fehlen: Carreno, Orman (beide gesperrt), Krassnitzer (verletzt), Jagne (krank), Schoppitsch, Karatay, Zinna (alle rekonvaleszent) Fraglich: Leonardo (Oberschenkelprobleme)

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