Rapid nach 3:0 in Tiflis praktisch in UEFA-Cup-Hauptrunde

So souverän hat Rapid noch selten ein internationales Auswärtsspiel absolviert. Das Match:

Österreichs Rekordmeister erkämpfte und erspielte sich am Donnerstag mit einer konzentrierten und engagierten Vorstellung in Tiflis gegen Dinamo einen 3:0-Sieg, der für das Rückspiel am 30. August im St. Hanappi praktisch schon den Aufstieg in die Hauptrunde des UEFA-Cups bedeutet. Der Brasilianer Fabiano nach Vorarbeit von Hofmann und Tokic (21.), ein von Steffen Hofmann direkt verwandelter Freistoß (39.) und Bazina mit einem Kombinationstor (54.) schossen die Treffer zum höchsten Europacup-Auswärtssieg der Hütteldorfer seit dem 6:1 im Juli 2005 in Düdelingen.

Nur rund 4.000 Zuschauer, darunter an die 200 Rapid-Fans, hatten sich bei großer Hitze in das 80.000 Besucher fassende Micheil-Meschi-Stadion verirrt und sie sahen eine vom Anpfiff weg gut organisierte grün-weiße Mannschaft, die auf dem holprigen Spielfeld den Ton angab, ohne allerdings zunächst gefährlich zu werden. Aber auch die Aktionen der Gastgeber waren zumindest vorläufig von der harmlosen Art, Distanz-Schüsse von Kobachidse (14.) und Merebaschwili (15.) bereiteten Payer keine Mühe. Ein zur Ecke abgefälschter Schuss von Hofmann war die erste nennenswerte Situation vor dem Dinamo-Tor (17.)

Nach einem Foulpfiff zugunsten von Rapid in der 20. Minute beorderte der polnische Referee die Mannschaften vor Ausführung des Freistoßes zum Wassertrinken an die schattige Seitenlinie. Erfrischt hob Hofmann den Ball in den Strafraum, Tokic köpfelte zur Mitte und Fabiano, der zum ersten Mal von Beginn an spielen durfte, staubte ab. Abseitsreklamationen der Georgier blieben zu Recht erfolglos.

Die erste (und einzige) echte Torchance der Hausherren, die an diesem Tag zumindest ihrem Namen in keiner Phase gerecht wurden, fand in der 28. Minute Merebaschwili nach Pass von Akiremy vor, sein Direktschuss aus guter Distanz fiel aber für Payer zu schwach aus. Drei Minuten später sprang Dinamo-Torhüter Ovono außerhalb des Strafraums den Ball führenden Fabiano an und musste froh sein, mit gelb davongekommen zu sein. Nach Behandlung spielte der am Knie verletzte Nationaltormann von Gabun zwar kurz weiter, machte dann aber Loria Platz.

Mit seiner ersten Aktion musste der neue Keeper gleich den Ball aus dem Tor holen. Denn Hofmann hatte in 39. Minute einen Freistoß über die Mauer via linke Innenstange zum 2:0 versenkt. Es war das neunte Tor des Deutschen in einem internationalen Bewerb. Dann hatte noch Thonhofer, der für Hiden spielte, nach Boskovic-Querpass eine Chance, sein Gewaltschuss flog aber knapp über das Tor (42.). Schließlich vermochte Merbaschwili einen Fehler von Payer in der Nachspielzeit nicht zu nützen.

Nach Seitenwechsel schlugen die Wiener noch einmal zu. Bazina schloss in der 54. Minute eine Kombination von Fabiano-Hofmann allein vor dem Tor zum 3:0 ab. Die Wiener beherrschten klar das Geschehen und waren dem 4:0 (Bazina, Bilic) näher als die Georgier, dem Ehrentor, die nur ein einziges Mal (Merbaschwili verfehlte wie Payer eine scharfe Hereingabe von Spasovic/56.) zumindest im Ansatz das Rapid-Gehäuse gefährdeten. Peter Pacult leistete sich sogar in der 67. Minute einen gemeinsamen Dreifach-Tausch, schonte Hofmann, Heikkinen und Kavlak schon für die nächste Aufgabe gegen Salzburg.

  • VIENNA.AT
  • Wiener Fussball
  • Rapid nach 3:0 in Tiflis praktisch in UEFA-Cup-Hauptrunde
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen