Rabenhof: Rekordauslastung und Renovierung

"Der Rabenhof wird saniert. Dieses Erfolgsstück hatten wir schon ein paar Mal auf dem Programm. Diesmal ist es aber baulich," so der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny.

Er ließ es sich heute, Donnerstag, nicht nehmen, zur Rückblick/Ausblick-Pressekonferenz des Gemeindebautheaters in Wien-Landstraße auf der Baustelle vorbeizuschauen. “Wir glauben, dass wir mit der Renovierung dazu beitragen können, die Erfolgsgeschichte des Rabenhofs weiterzuschreiben”, sagte der Stadtrat und rühmte den Rabenhof als “einzigartige, ganz wichtige Stätte im Wiener Kultur- und Theaterleben, eine Mischung aus Hochkultur und Off-Theater”.

Bei der Renovierung geht es um die Rückführung der Foyerräume auf das historische Erscheinungsbild. Künftig werden daher auch jene alten Fliesen zu sehen sein, deren Erhaltung 2003 vom Denkmalamt verlangt wurde. Von den 325.000 Euro Gesamtkosten stammen 200.000 von der Stadt Wien, 50.000 vom Bezirk und 15.000 Euro vom Altstadterhaltungsfonds. 60.000 Euro bringt der Rabenhof auf, der von der Gemeinde eine jährliche Betriebssubvention von 700.000 Euro erhält und dessen Eigendeckungsbeitrag in der eben abgeschlossenen Saison bei rund 50 Prozent liegt. 65.830 Zuschauer sorgten bei 261 Vorstellungen für eine Auslastung von 86,87 Prozent Auslastung. “Das ist das beste Ergebnis, das der Rabenhof je hatte”, freuten sich Theaterleiter Thomas Gratzer und sein Co-Geschäftsführer und Chefdramaturg Roman Freigaßner (in der Vorsaison zählte man 51.000 Zuschauer und 82,15 Prozent Auslastung).

Saison-Spitzenreiter mit 99,28 Prozent war das satirische Puppentheater “Bei Gusenbauers”, was Mailath-Pokorny mit “was immer uns das sagen will” kommentierte und Gratzer “ein quasi nordkoreanisches Wahlergebnis für den Kanzler der Herzen” nannte. Mit 91 Prozent fast ebenso erfolgreich waren die “Science Busters”, von denen es in der kommenden Saison ab 6.10. zahlreiche neue Termine sowie ab nächsten Jänner in Zusammenarbeit mit dem Theater der Jugend auch ein Format für Kinder geben wird.

Von “Bei Gusenbauers” wird es jedoch in der Saison 2008/09 keine Neuauflage geben. “Das Format wird aber sicher weitergeführt, ob es dann ‘Bei Faymanns’ oder ‘Bei Gusenbauers’ heißt, wird die politische Zukunft weisen”, sagte Gratzer. Die Haderer-Puppen werden jedoch bei der Wiedereröffnungs-Gala am 17. September mitwirken. “Die Werner Faymann-Puppe wird allerdings nicht rechtzeitig fertig werden”, dämpfte der Theaterleiter Hoffnungen auf neue, amtsführende Puppen, “die haben eine Vorlaufzeit von drei Monaten. Da ist uns die politische Entwicklung zu schnell gegangen.” Dafür bringt ein Gastspiel von René Marik (“Autschn! Ein Abend über die Liebe”) am 16.11. “Puppentheater für die YouTube und MTV-Generation”.

“Die fetten Jahre sind vorbei”, heißt es ab 24. September, wenn die Bühnenfassung des Films von Hans Weingartner in Österreich erstmals gezeigt wird (Regie: Roman Freigaßner). Maschek bringt ein Best of anlässlich des 10-Jahres-Jubiläums der Drüberredner (ab 28.9.). Florian Scheuba und Robert Palfrader sind ab 23. Oktober in der Regie von Rupert Henning in einem gemeinsamen Satireabend “Männer fürs Grobe”. Am 20. November hat das Action Musical “Fantomas” (Buch und Regie: Peter Waldeck) als Koproduktion mit Casa del Kung Fu Premiere. Dazu gibt es jede Menge weitere Veranstaltungen und den traditionellen Literatursalon im Gemeindebau mit dem “FM4 Wortlaut”-Fest (2.10.), einem Doppel von Guido Tartarotti und Ernst Molden (15.10.), Auftritten von Rocko Schamoni (1.11.) und Sven Regener (28., 29.11.) sowie der “langen Nacht der Kolumnisten” (30.11.).

www.rabenhof.at

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