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Queen & Slim - Kritik und Trailer zum Film

Ein junges, schwarzes Paar wird nach seinem ersten Date von einem Polizisten angehalten. Obgleich es sich eigentlich um eine Nichtigkeit handelt, eskaliert die Situation jedoch, und Slim (Daniel Kaluuya) erschießt den Polizisten in Notwehr. Er will die junge Anwältin Queen (Jodie Turner-Smith) retten, die diesen Polizeiübergriff nicht einfach hinnehmen will. Während die beiden für die Obrigkeit zu Polizistenmördern werden, werden sie dank einer ins Netz gestellten Aufnahme einer Überwachungskamera für andere zu heldenhaften Symbolfiguren.

In "Queen & Slim" heißen die beiden Protagonisten (Jodie Turner-Smith und Dabiel Kaluuya) nicht Queen und Slim. Wir hören das jedenfalls nie. Für den größten Teil von Melina Matsoukas großartigem Spielfilmdebüt sind sie einfach zwei Menschen, die in eine Hölle und ein Miteinander geworfen werden, nach dem sie nicht gefragt haben - und unerwartet Liebe auf der Flucht finden. Ab Donnerstag im Kino.

Queen & Slim - Kurzinhalt zum Film

"Warum haben Schwarze immer das Bedürfnis, außergewöhnlich zu sein?", seufzt die männliche Hälfte des "schwarzen Bonnie und Clyde"-Duos von "Queen & Slim". "Warum können wir nicht einfach wir selbst sein?" Vor mehr als 150 Jahren wurde den schwarzen Amerikanern endlich das Recht gegeben, ihren Körper als ihren eigenen zu betrachten, auch wenn das eigene Leben immer noch durch Polizeigewalt bedroht ist - das Grundsetting von "Queen & Slim".

Wir treffen die beiden Hauptfiguren bei einem unangenehmen ersten Date: Sie (Jodie Turner-Smith) ist eine schöne Anwältin mit einer königlichen Haltung, die den Laden, den er ausgesucht hat, nicht mag. Er (Daniel Kaluuya aus "Get Out"), ein Angestellter, ist selbstsicher genug, um beim ersten Date vor dem Essen zu beten. Sie verstehen sich nicht besonders gut, aber auf dem Weg nach Hause werden sie von einem rassistischen, weißen Polizisten aufgehalten. Eine angespannte Begegnung eskaliert schnell und endet mit einem toten Polizeibeamten - erschossen aus Notwehr - und mit zwei jungen Menschen, die um ihr Leben laufen.

"Queen & Slim" wurde von der US-Schauspielerin und Drehbuchautorin Lena Waithe ("Master of None") geschrieben und von Melina Matsoukas (wohl am bekanntesten für die Regie von Beyonces "Formation"-Musikvideo) inszeniert. Während die beiden auf der Flucht sind, nimmt sich die Regisseurin viel Zeit für kleine, zärtliche Momente zum Atmen, begleitet von einem souligen Soundtrack. Ein schwarzer Polizist schaut freundlich in die andere Richtung. Ein weißes Pferd bringt Queen und Slim kurz zum Lächeln. Und in einer Kneipe, in der das wissende Lächeln eines Barkeepers sie willkommen heißt, tanzen sie und verschmelzen miteinander. Jodie Turner-Smith und Daniel Kaluuya sind in praktisch jeder Szene zusammen magisch und erschaffen ihren eigenen Kosmos. In einer gerechten Welt würde es Preise für den Kameramann Tat Radcliffe ("'71 - Hinter feindlichen Linien") und seine beeindruckende amerikanische Landschaft regnen.

Queen & Slim - Die Kritik

Man könnte die beiden Protagonisten - so wie es jemand im Film tut - als "schwarze Bonnie & Clyde" bezeichnen. Die reale Bonnie Parker und der reale Clyde Barrow waren Diebe und Kriminelle. Sie starben am 23. Mai 1934 im Alter von 23 bzw. 25 Jahren in einem Hinterhalt, und ihr Tod wurde zum amerikanischen Mythos. Die Geschichte wurde seitdem viele Male im Kino und in Liedern (vielleicht am berühmtesten von Jay-Z und Beyonce mit "03 Bonnie and Clyde") nacherzählt, aber egal wie sehr sich die Details bei jeder Geschichte ändern, seit langem sind die beiden in der nationalen Vorstellung der Amerikaner als weiß verankert.

"Queen & Slim" ist eine subversive und kraftvolle Möglichkeit, den Mythos von Bonnie und Clyde für eine neue Ära nacherzählen zu können - aber auch darüber nachzudenken, was dieser Mythos bedeutet hat. Es ist ein dramatischer Roadmovie, ein klassischer Krimi, ein spannendes Spiegelbild eines geteilten, gegenwärtigen Amerikas und eine zarte, langsam lodernde Liebesgeschichte, die eine vertraute Erzählung radikal und vielschichtig neu interpretiert. Während sich unsere Wahrnehmung von einer Szene zur nächsten verschiebt, stellen wir fest, dass es sich nicht um Stereotypen handelt, sondern um Menschen, die mit sich selbst ringen und ihrem Platz in der Welt.

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(APA/Red)

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