Qualifikationsspiel: Frankreich - Serbien 1:1

Ausgerechnet der vermeintliche Chefkritiker Thierry Henry hat Frankreichs höchst umstrittenem Fußball-Nationaltrainer Raymond Domenech aus der Patsche geholfen. Weitere News Serbien nach 1:1 wieder zuversichtlich

Mit seinem 50. Länderspieltor sicherte der Angreifer von Champions-League-Sieger FC Barcelona dem Vize-Weltmeister ein 1:1 (1:1) im WM-Qualifikationsspiel in Belgrad gegen Tabellenführer Serbien. Die Equipe Tricolore festigte damit Rang zwei und steuert Kurs in Richtung Play-off-Duelle.

Viel wichtiger war aber, dass Henry mit einer symbolträchtigen Umarmung mit Domenech nach dem Abpfiff für die Öffentlichkeit demonstrieren wollte, dass Starspieler und Coach an einem Strang ziehen. “Wir haben heute gezeigt, dass wir ein großartiges Verhältnis haben”, sagte Henry und machte die Medien an: “Es ist nicht das erste Mal, dass uns Knüppel zwischen die Beine geworfen wurden.”

Das Barca-Ass soll laut eines Zeitungsberichts nach dem 1:1 gegen Rumänien am vergangenen Samstag heftige Kritik am Coach geübt haben. Domenech sprach anschließend von “Lügen”, und Henry dementierte: “Es war eine konstruktive Diskussion zwischen den Spielern und dem Trainer – wie immer. Ich habe nie die Qualitäten des Trainers infrage gestellt. Es hat nie einen Streit zwischen uns gegeben.”

Das las sich in der Zeitung Le Parisien allerdings ganz anders. Henry soll den Coach quasi bloßgestellt haben. “Trainer, wir müssen Ihnen etwas sagen. Ich spreche im Namen der Mannschaft. Wir langweilen uns während der Trainingseinheiten. In zwölf Jahren im Nationalteam habe ich so eine Situation noch nicht erlebt”, wurde der Weltmeister von 1998 zitiert.

Nun soll wieder alles Friede-Freude-Eierkuchen sein. Henry, der 13 Minuten vor dem Abpfiff Bayern-Star Franck Ribery Platz machen musste, weiß allerdings, dass es wohl für den WM-Zweiten auf die Play-off-Spiele hinausläuft: “Wir werden um den zweiten Platz kämpfen. Wir wollen uns für die WM qualifizieren – egal wie.”

Obwohl die Franzosen vier Punkte Rückstand auf Serbien aufweisen, feierten die Franzosen das Remis, das sie nach der Roten Karte von Torhüter Hugo Lloris 80 Minuten lang in Unterzahl erkämpften, als Wende zum Guten. “Ich bin stolz auf die Mannschaft”, sagte Domenech.

Henry hatte in der 31. Minute den Ausgleich erzielt, nachdem die Serben durch Nenad Milijas (13., Elfmeter) in Führung gegangen waren. In der 90. Minute flog auch der Serbe Danko Lazovic vom Platz. Für Frankreich spricht in den letzten WM-Quali-Spielen das leichtere Restprogramm. Die Domenech-Mannschaft muss noch gegen die Färöer (2:1-Sieger gegen Litauen) und Österreich (1:1 in Rumänien) antreten.

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