Public Viewing macht EM erst zum großen Fußballfest

Spätestens seit der EURO 2004 in Portugal und der stimmungsvollen Fußball-WM 2006 in Deutschland ist das Massenphänomen Public Viewing ein für Verbände und Fans unverzichtbarer Bestandteil von großen Turnieren.

Erst das gemeinsame und kostenlose Erleben der Spiele unter freiem Himmel wird auch die EURO 2008 in Österreich und der Schweiz zu einem echten Fußballfest für das ganze Land machen.

Die Public Viewing-Vorbereitungen in Österreichs Host-Citys Wien, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt laufen seit vielen Monaten auf Hochtouren, Ende März wurden der UEFA die entsprechenden Konzepte übermittelt. Die Rahmenbedingungen dafür waren bereits am 24. Jänner in den Host-City-Verträgen beschlossen worden. Mit dem einen oder anderen Änderungswunsch seitens der UEFA darf aber durchaus noch gerechnet werden.

Doch nicht nur in den vier österreichischen EURO-Austragungsstädten werden hunderttausende Fans, die keine Tickets bekommen haben, Tore im Kollektiv bejubeln können. „Kleinere“ und wohl auch größere Public-Viewing-Zonen sind in nahezu allen österreichischen Städten und Dörfern geplant. So werden etwa in Wien Fanzonen über das gesamte Stadtgebiet verteilt sein.

Die zentrale Fanmeile in der EURO-Finalstadt Wien wird sich über Rathausplatz, Ring (bis zum Heldentor) und eventuell auch Heldenplatz erstrecken. So wie bei allen offiziellen Fan- und Public-Viewing-Zonen werden bei freiem Eintritt strenge Zutrittskontrollen durchgeführt, welche die Sicherheit der erwarteten Massen gewährleisten sollen.

Für Verstimmung sorgten die Pläne in Wien zunächst bei den Verantwortlichen des Burgtheaters, die sich im Vorfeld nicht ausreichend informiert fühlten und ein Ausweichquartier für die EURO-Zeit forderten. Als Alternativen stehen Museumsquartier, Messegelände oder ein entsprechendes Zelt im Raum.

Salzburg will den gesamten Residenzplatz in der Altstadt zur Fanzone machen. Auf dem Residenzplatz und dem Mozartplatz werden die EURO-Partien auf überdimensionalen Leinwänden übertragen. Der Kapitelplatz dient als Reserve- bzw. Auffangzone. Auf dem Mozartplatz wird außerdem ein VIP-Bereich errichtet. Eine Art EURO-Generalprobe absolvierten die Salzburger am vergangenen Sonntag, als rund 12.000 Menschen den neuen Fußball-Meister Red Bull Salzburg feierten. Bis zu einer Zahl von 20.000 Besuchern würde es laut Experten keinerlei organisatorischen Schwierigkeiten geben.

In Innsbruck bildet die Bergisel-Arena den würdigen Rahmen für das EURO-Public Viewing. 15.000 Zuschauer können dort die Partien verfolgen. Auch wenn Tirols EURO-Koordinator und Innsbrucks Vizebürgermeister Christoph Platzgummer an den drei Spieltagen mit jeweils knapp 100.000 Fans in der Stadt rechnet, sind aus Platzgründen keine weiteren großen Public-Viewing-Bereiche geplant. Anlässlich des Champions League-Finales am Mittwoch in Athen absolvierte Innsbruck bei der Olympia-World einen Public-Viewing-Probelauf.

Auch Klagenfurt will diesen Vorhaben in nichts nachstehen. Der Kern der Fanmeile wird sich im Messegelände nahe des Stadtzentrums befinden. Auf dem großräumigen, nach mehreren Seiten offenen Vergnügungspark-Areal werden sich während der Gruppenspiele in Klagenfurt zehntausende Fans tummeln. Experten rechnen bei entsprechender Auslosung mit bis zu 100.000 Menschen außerhalb des Stadions pro Spieltag. Im weiteren Verlauf führt die Fanmeile durch die Viktringer Straße, über den Viktringer Ring und durch die 10.-Oktober-Straße Richtung Stadtzentrum.

„Ich habe es mir in Deutschland so nebenbei angeschaut. In Stuttgart, in Frankfurt, was da abgegangen ist, das war schon gigantisch“, sagte Heinz Palme, Geschäftsführer von “2008 – Österreich am Ball“ und EURO-Koordinator der Bundesregierung. 2006 bei der WM in Deutschland war Palme Generalkoordinator. „Das Geheimnis des Public Viewing ist das soziale Erlebnis, mit Gleichgesinnten dabei sein zu können, im Wissen, fürs Stadion geht es eben nicht.“ Er rechnet damit, dass auch viele Deutsche zum Public Viewing nach Österreich kommen werden. „Das wird ein ansteckender Prozess sein.“

Und aus Interesse soll Euphorie werden: „Im Fußball gibt es etwas Besonderes, da gibt es genau das, was den Fußball so interessant macht: das Runde muss ins Eckige. Die Emotionen, die Leidenschaft, das alles kommt ins Spiel, und da möchte man dabei sein. Da kommt keiner dran vorbei, da sagt jeder, das muss ich mir einmal anschauen.“

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