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Psychologe erklärt: Darum kommt es zu Hamsterkäufen

Hamsterkäufe helfen den Menschen beim Umgang mit einer Krise.
Hamsterkäufe helfen den Menschen beim Umgang mit einer Krise. ©APA/AFP/DANIEL MUNOZ
Teigwaren, Konserven, Klopapier: Viele Supermarkt-Regale sind wegen des Coronavirus bereits leergekauft. Doch warum kommt es zu Hamsterkäufen, wenn eigentlich kein Grund zur Panik besteht?
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Pro und Contra zu Hamsterkäufen

Der Psychologe Cornel Binder-Krieglstein hält Hamsterkäufe zum jetzigen Zeitpunkt für "irrational" und "unsinnig". Viel wichtiger sei es, eigene Verhaltensweisen - Stichwort Händehygiene sowie Nies- und Hustkultur - zu ändern.

Doch falle es vielen leichter, das eigene Wohlbefinden durch den Kauf einer Packung Toilettenpapier herzustellen, so Binder-Krieglstein im Gespräch mit der APA.

Hamsterkäufe als Strategie im Umgang mit Krisen

Es sei ungleich schwieriger, eine Strategie anzuwenden, die das gewohnte Verhalten verändert - etwa zu hinterfragen und darauf zu achten, wie oft man eigentlich Oberflächen berühre, die potenziell infektiös sind, und sich danach im Gesicht berührt, betonte Binder-Krieglstein.

Toilettenpapier nun in großen Mengen zu bunkern, finde er grundsätzlich unsinnig. Auch, dass dieses nun mit Grundnahrungsmitteln gleichgesetzt werde, sagte der Psychologe in Anspielung auf Bilder von leergeräumten Supermarktregalen. Andererseits seien solche Strategien "wahnsinnig wichtig", damit das Individuum das Gefühl hat, Maßnahmen setzen zu können, "aus der Ohnmacht herauszukommen", so Binder-Krieglstein. Diese Strategien, die dabei helfen, Gegenmaßnahmen zu setzen, würden dem Einzelnen den Umgang mit einer Krise erleichtern und so für "psychische Stabilität" sorgen.

Impulsives Handeln aus Angst vor möglichen Einschränkungen

Der Impuls für Hamsterkäufe komme vor allem von der Angst vor möglichen Einschränkungen. Diese evoziere Verhaltensweisen, die versuchen, das zu kompensieren, erklärte der klinische und Gesundheitspsychologe.

Grundsätzlich sei Angst nützlich, unabdingbar und überlebenswichtig, weil sie als Sensorium für Grenzen diene, hielt Binder-Krieglstein fest. Nun gelte es, diese Energie, die als negativ erlebt werde, in eine "produktive Strategie" umzuwandeln und nicht in eine "Panikreaktion" und "kopfloses Handeln" zu verfallen.

Die Zeit, die man in den kommenden Wochen mit weniger sozialen Kontakten und vermehrt zu Hause verbringt, solle man "bewusst für sich einsetzen" und nützen, um etwa das Heim gemütlich zu machen, aufzuräumen, Ordnung zu machen, Sprachen zu lernen, so Binder-Krieglstein.

(Das Interview führte Christina Schwaha/APA)

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