Psychiatrie: U-Kommission am Donnerstag mit Personaldiskussion

In der Wiener Psychiatrie-Untersuchungskommission wird am Donnerstag mit Reinhard Zeyringer ein Oberarzt aus dem Otto-Wagner-Spital einvernommen, der im Vorjahr in einem internen Papier Kritik an der personellen Ausstattung seines Hauses geübt hat.

Die “Kronen Zeitung” zitierte am Montag aus dem Bericht. Im Rathaus betonte man, dass mit jeweils 18 zusätzlichen Ärzte- und Pflegedienstposten reagiert worden sei.

Laut dem Zeyringer-Papier, das sich auf das Jahr 2006 bezieht, fehlt in der ersten und vierten Psychiatrieabteilung des Spitals je ein Arzt, in der zweiten und dritten Abteilung je zwei. Probleme gebe es auch in der der Nachtdienstversorgung. Der Wiener Bevölkerung könne nicht einmal jene Behandlungsqualität geboten werden, die in Deutschland seit 17 Jahren gesetzlich verankert sei. Ärzte müssten im Einzelfall entscheiden, ob sie im Wissen um die ungenügenden Ressourcen eine “Übernahmefahrlässigkeit” begehen würden.

Im Büro von Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (S) betonte man, dass Zeyringer sein Papier im Auftrag des Spitals verfasst habe. “Es handelt sich um eine Evaluierung zum Thema der Personalsituation im Otto-Wagner-Spital, auf die auch unmittelbar reagiert wurde”, so ein Sprecher zur APA. Solche Evaluierungen würden immer wieder durchgeführt. Der Sprecher verwies zudem auf Experten-Aussagen in der Kommission, wonach die Psychiatrie in Wien bei der Personalausstattung im oder über dem Österreich-Durchschnitt liege.

Als Zeuge geladen wurde Zeyringer auf Antrag der Grünen. Deren Gesundheitssprecherin Sigrid Pilz kritisierte, dass es sich bei den Nachbesetzungen ausschließlich um Ärzte in Ausbildung handle. Im Rathaus bestätigte man das, dies sei aber ein “ganz normaler Vorgang”. Man bemühe sich darum, die fertig ausgebildeten Ärzte bei sich zu halten. Darüber hinaus suche man laufend nach entsprechenden Fachärzten.

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