Prozess: Mann wollte Ex-Frau erstechen und tötete Schwiegermutter

Beim Versuch, seine Ex-Frau vor dem Augen der beiden gemeinsamen Kinder zu töten, hat ein 32-Jähriger im August des Vorjahres seine Schwiegermutter erstochen. Am Dienstag musste sich der Türke am Wiener Landesgericht wegen Mordes und -versuch verantworten
Mann wollte Ex-Frau erstechen
Gegenüber Richter Norbert Gerstberger bekannte er sich lediglich schuldig, dass er seine ehemalige Frau töten wollte.

Die Ehe der beiden war in der Türkei arrangiert worden, zwei Kinder kamen zur Welt und man übersiedelte nach Österreich zur Familie der Frau. Nach ersten Schwierigkeiten bekam der Angeklagte Arbeit in einer Druckerei, doch das Eheglück wurde durch die angebliche Spielsucht des Mannes getrübt. Nach seiner eigenen Darstellung hätte seine Ex-Frau sich jedoch nicht mehr um Kinder und Haushalt gekümmert sowie zu trinken begonnen.

Die schließlich einvernehmlich vollzogene Scheidung bereute der 32-Jährige jedoch bald und wollte seine Ex zurückgewinnen. Bereits damals soll er diese mit einem Messer bedroht haben, wobei dieses Verfahren jedoch eingestellt wurde, nachdem das Opfer nicht gegen den Ex-Mann aussagen wollte. Resultat war jedoch eine Wegweisung.

Angeklagter kündigte Mord und Selbstmord bei Kindern an

Doch seine frühere Frau wollte den Kindern im Alter von acht und neun Jahren weiterhin den Kontakt zu ihrem Vater ermöglichen. So auch an jenem Wochenende, das so blutig enden sollte. Damals durften der Bub und das Mädchen erstmals seit langem wieder bei ihm übernachten. Doch der Angeklagte kündigte laut Staatsanwältin Petra Freh gegenüber den eigenen Kindern an, ihre Mutter und dann sich selbst töten zu wollen.

Kinder sahen bei Messerstecherei zu

Schon beim Heimbringen der verstörten Kinder nach Wien-Währing hatte der Angeklagte ein Messer mit 16 Zentimeter langer Klinge eingesteckt. Als sich bei der Wohnungstür ein Streit entwickelte, stach er seinem damals 28-jährigen Opfer wuchtig in den Bauch. Die junge Frau flüchtete über die Stiegen. An der Verfolgung hinderte ihn jedoch seine Schwiegermutter, die ebenfalls im Bauch getroffen wurde. Beim Gerangel verlor er die Waffe, die von seiner Ex-Frau in einem Kanal entsorgt wurde.

Mordversuch an Ex-Frau missglückte

Wütend darüber, dass ihm der Mord nicht gelungen war und ohne das Messer, schlug und trat der 32-Jährige auf seine Ex ein und wurde schließlich von der Polizei überwältigt. Gegenüber den Beamten gab er dabei an, dass er dieser absichtlich in den Bauch gestochen hatte, damit sie bestimmt tot sei.

All dies blutige Geschehen mussten die gemeinsamen Kinder hilflos mitansehen. Und während sich ihre Mutter schließlich halbwegs wieder erholte, starb die Großmutter schließlich rund ein Monat nach dem Angriff.

Angeklagter wollte Schwiegermutter nicht töten

Vor Gericht präsentierte sich der Angeklagte laut seinem Verteidiger Marcus Januschke als “gebrochener, geläuterter Mann“, der in U-Haft 25 Kilogramm abgenommen habe. Einsamkeit und Depressionen hätten ein “emotionales Gewitter” ausgelöst, dass “falsch kanalisiert” wurde. Er bekannte sich der Messerstiche und auch der Tötungsabsicht an seiner Frau schuldig, seine Schwiegermutter habe er jedoch nicht umbringen wollen. (APA/Redaktion)

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