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Prozess in Wien: 33-Jährige hat gewalttätigen Freund niedergestochen

Im Streit verletzte eine 33-Jährige ihren Freund lebensgefährlich.
Im Streit verletzte eine 33-Jährige ihren Freund lebensgefährlich. ©dpa (Symbolbild)
Im Streit hat eine 33-Jährige in Wien ihren gewalttätigen Lebensgefährten mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt. Am Dienstag musste sie sich deswegen vor Gericht verantworten, der Prozess wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.
Streit in Wien-Favoriten eskaliert

Der Abend des 21. September 2012 sollte das Leben von Sabrina Sch. und Martin R. für immer verändern. In der Wohnung des 33-Jährigen in Wien-Favoriten geriet das Pärchen im Streit aneinander – nicht zum ersten Mal. Er, schwer alkoholisiert und unter Drogeneinfluss, prügelte auf sie, auch nicht mehr ganz nüchtern, ein. “Er hat mich an den Haaren durch die Wohnung geschleift, mit Fäusten geschlagen und getreten. Er schreit mich an: Ich erschlag dich, du Schlampe!” Dann sei ihr Erinnerungsfaden gerissen, sagte Sch. zu Richter Gerald Wagner.

33-Jährige verletzte Freund lebensgefährlich

Als die 33-Jährige wieder zu sich kam, kauerte ihr Freud neben dem Sofa und schrie vor Schmerzen – sie stand vor ihm, blutverschmiert. “Ich bin dann gleich zum Nachbar rüber und hab ihm gesagt, er soll die Rettung rufen.” Über das, was sich anschließend ereignete, wird bis heute gerätselt. Denn die Verteidigung der Angeklagten ist davon überzeugt, dass die bleibenden Hirnschäden von Martin R. nicht von der Notwehr-Attacke ihrer Mandantin herrühren, sondern von einer missglückten Intubation im Rettungswagen.

Doch ganz so einfach dürfte die Erklärung nicht sein. Denn was schlussendlich dazu führte, dass R. immer noch im Rollstuhl sitzt, kaum sprechen kann und auf die Ernährung mittels Sonde angewiesen ist, scheint nur schwer zu klären. Immerhin stand der Mann unter schwerem Alkohol- und Drogeneinfluss (2,4 Promille bei der Einlieferung), außerdem durchstießen zwei der drei Messerstiche seine Lunge. Auch die anwesende Gerichtsmedizinerin rätselte über den Hergang, denn aus den Aufzeichnungen des Rettungsteams gehe nicht einmal hervor, ob überhaupt intubiert worden ist.

Prozess in Wien wurde vertagt

Während der Rechtsvertreter von Martin R. sogar die Ausweitung der Anklage auf versuchten Mord forderte, insistierte der Beistand von Sabrina Sch. auf Freispruch wegen Notwehr. Die 33-Jährige, die laut Gutachten zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig war, plädierte auf nicht schuldig. Richter Gerald Wagner blieb schließlich nichts anderes übrig, als weitere medizinische Experten zur möglichen Fehlintubation bzw. zur Klärung, ob sich der Zustand des Opfers je wieder bessern würde, in den Zeugenstand zu laden. Der Prozess wurde deshalb auf unbestimmte Zeit vertagt. (APA)

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